Glossar

Totraum und Totleitung

Aktualisiert am · Marco Fabian

Ein Totraum ist ein Leitungsabschnitt, der zwar mit Wasser gefüllt ist, aber nicht mehr durchströmt wird, etwa nach dem Rückbau einer Entnahmestelle.

Warum sie entstehen

Bei Umbauten wird eine Zapfstelle stillgelegt, die Leitung dorthin aber nur abgeklemmt statt bis zur Abzweigung zurückgebaut. Zurück bleibt ein gefüllter Stumpf, in dem sich nie wieder etwas bewegt. Typische Orte: ausgebaute Gäste-WCs, entfernte Waschmaschinenanschlüsse, stillgelegte Außenzapfstellen.

Warum sie das größte Hygieneproblem sind

In einem Totraum herrscht dauerhafte Stagnation bei Raumtemperatur. Es bildet sich ein Biofilm, der Keime abgibt, sobald doch einmal Wasser in Bewegung gerät, etwa durch Druckschwankungen im Netz. Ein Totraum lässt sich nicht wegspülen, weil kein Weg hindurchführt. Hier hilft nur der Rückbau bis zur durchströmten Leitung.

Woran man sie erkennt

Meist an der Historie des Hauses, nicht an einer Messung. Bei einer Legionellenprüfung mit auffälligem Befund, für den sich sonst keine Ursache findet, lohnt die Suche nach stillgelegten Strängen. Ein stillgelegter Strang gehört bis zur durchströmten Leitung zurückgebaut und nicht nur abgesperrt, denn ein abgesperrter Stumpf bleibt gefüllt.

Quellen

Verwandte Begriffe

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