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Unterschied Reinwasser und Reinstwasser?

Reinwasser ist aufbereitetes Wasser wie Trinkwasser, Reinstwasser dagegen enthält chemisch praktisch reines H2O ohne Mineralien und Fremdstoffe. Als Maßstab dient die Leitfähigkeit: Trinkwasser darf laut Trinkwasserverordnung bis zu 2.790 µS/cm aufweisen, Reinstwasser liegt unter 1 µS/cm. Eingesetzt wird es etwa bei Medikamenten, in der chemischen Analytik und der Computerchip-Herstellung.

Marco FabianZuletzt aktualisiert am ca. 5 Min. Lesezeit2 Quellen
Zu einer Schale geformte Hände, aus denen klares Wasser tropft, vor weißer Kleidung

Das, was wir im alltäglichen Sprachgebrauch unter "reinem oder reinstem Wasser" verstehen, muss im technischen Sprachgebrauch nicht unbedingt als "rein" angesehen werden. Wasser kann durch mehrere Verfahren in verschiedene Reinheitsgrade eingestuft werden.

Sogenanntes Reinstwasser wird hierbei nicht mehr nur noch in der Industrie verwendet, sondern hat auch Einzug in den Alltag gefunden. Entscheidend ist, wie sich der Reinheitsgrad von Wasser beurteilen lässt und welchen Nutzen aufgereinigtes Wasser in der Praxis hat.

1 Reinwasser und Reinstwasser

Während es sich bei dem sogenannten Reinwasser um das Wasser nach der Wasseraufbereitung handelt, d. h. das Wasser, welches z. B. auch als Trinkwasser verwendet wird, enthält Reinstwasser hingegen keinerlei Mineralien und anderweitige Fremdstoffe und wird im chemischen Sinne auch als "H2O" bezeichnet.

Reinstwasser wird u.a. für die Herstellung von Medikamenten, für Injektionsflüssigkeiten, bei der chemischen Analytik, bei der Herstellung von Computerchips, oder auch in der medizinischen Forschung verwendet. Es kann durch verschiedene Verfahren in unterschiedlichen Abstufungen hergestellt werden.

Wasserart Elektrische Leitfähigkeit Typische Verwendung
Trinkwasser bis 2.790 µS/cm bei 25 °C (Grenzwert nach TrinkwV) Alltäglicher Gebrauch, Trinken, Kochen
Reinwasser je nach Aufbereitungsstufe zwischen Trinkwasser- und Reinstwasserniveau Aufbereitetes Wasser, z. B. als Trinkwasser; Vorstufe zu Reinstwasser
Reinstwasser unter 1 µS/cm Industrie, Medizin, Analytik, vereinzelt Haushalt

2 Abstufungen von Reinheitsgraden

Technisch gesehen gibt es verschiedene Abstufungen von Reinheitsgraden beim Reinstwasser. So ist beispielsweise eine sogenannte Mehrfach-Destillation möglich, um möglichst viele Fremdstoffe aus dem Wasser zu entfernen. Je öfter die Destillation durchgeführt wird, desto höher ist der Reinheitsgrad.

Eine andere Möglichkeit, das Maß der Reinheit des Wassers zu beurteilen, ist die sogenannte elektrische Leitfähigkeit. Je geringer die Leitfähigkeit hierbei ist, desto weniger Fremdstoffe sind enthalten und umso reiner ist das Wasser.

Zur Einordnung: Nach der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) darf normales Trinkwasser eine elektrische Leitfähigkeit von bis zu 2.790 µS/cm (bei 25 °C) aufweisen. Reinstwasser liegt dagegen deutlich unter 1 µS/cm – ein Unterschied um mehrere Zehnerpotenzen, der zeigt, wie weitgehend nahezu sämtliche gelösten Stoffe entfernt werden. Mehr zur Bedeutung der Leitfähigkeit von Wasser und den Grenzwerten der Trinkwasserverordnung finden Sie in unseren weiterführenden Ratgebern.

3 Produktion von Reinstwasser

Reinstwasser kann oftmals in zwei Schritten hergestellt werden. Zunächst wird Wasser mittels einer sogenannten Membranfiltration oder mithilfe von Ionenaustauschern demineralisiert, um eine Leitfähigkeit von üblicherweise rund 10 µS/cm zu erreichen. Im zweiten Schritt wird das entmineralisierte Wasser dann durch weitere Verfahren, wie z. B. durch ein Hochdurchsatz-Mischbett oder mittels elektrischer Deionisation zu Reinstwasser aufbereitet.

4 Aufbereitung von Trinkwasser zu Reinstwasser

Reinstwasser spielt längst nicht nur in der Industrie eine Rolle. Auch im Alltag kann es sinnvoll sein, Trinkwasser zu Reinstwasser aufzubereiten. Bei der Gebäudereinigung etwa lassen sich viele Rückstände durch Stoffe im Trinkwasser vermeiden, wenn das Wasser zuvor mit Verfahren wie z.B. Aktivkohle oder – als Vergleichstechnologie – der Umkehrosmose gereinigt wird (Vitalhelden führt ausschließlich Aktivkohle-Blockfilter, siehe unser Technologievergleich).

Außerdem wird ein Abziehen oder Nachtrocknen durch Verwendung des zuvor entmineralisierten Wassers nicht mehr notwendig. Auch bei Bügeleisen oder Luftbefeuchtern zahlt sich mineralarmes Wasser aus, da sich weniger Kalkablagerungen bilden.

Auch im Haushalt spielt die weitere Aufbereitung von Trinkwasser eine große Rolle. So wird in Geschirrspülmaschinen der Ionentausch zur Enthärtung als ein Prinzip angewandt, bei dem kalkbildende Mineralien gegen Natrium getauscht werden und unschöne Kalkflecken vermieden werden können.

5 Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Reinwasser und Reinstwasser?

Reinwasser ist aufbereitetes Wasser, wie es z. B. als Trinkwasser verwendet wird. Reinstwasser enthält dagegen keinerlei Mineralien und anderweitige Fremdstoffe mehr und wird im chemischen Sinne auch als H2O bezeichnet.

Wie wird die Reinheit von Wasser gemessen?

Ein gängiges Maß ist die elektrische Leitfähigkeit: Je geringer sie ist, desto weniger Fremdstoffe sind enthalten und umso reiner ist das Wasser. Trinkwasser darf bis zu 2.790 µS/cm aufweisen, Reinstwasser liegt unter 1 µS/cm.

Wofür wird Reinstwasser verwendet?

Reinstwasser kommt unter anderem bei der Herstellung von Medikamenten und Injektionsflüssigkeiten, in der chemischen Analytik, bei der Herstellung von Computerchips und in der medizinischen Forschung zum Einsatz.

Ist Reinstwasser wie destilliertes Wasser gesund zu trinken?

Nicht ohne Weiteres empfehlenswert: Mineralien und Salze im Wasser sorgen für einen ausgeglichenen pH-Wert und guten Geschmack, die einem stark demineralisierten Wasser fehlen.

6 Fazit

"Reines Wasser" im allgemeinen Sprachgebrauch kann aus Sicht der Technik mit ihren zahlreichen Möglichkeiten der Wasseraufbereitung eine unterschiedliche Bedeutung haben. So weist das Trinkwasser, das in Wasseraufbereitungsanlagen gereinigt wird, nicht den höchsten Grad der Reinheit auf.

Es kann mit weiteren Verfahren wie z. B. einem Aktivkohlefilter weiter aufgereinigt werden. Diese Verfahren können aber nicht nur für die Industrie eine wichtige Rolle spielen, sondern nehmen auch immer mehr Einzug in unseren Alltag.

Es besteht schließlich auch die Möglichkeit, dass Sie als Privatverbraucher mit einem Anspruch an qualitativ hochwertiges Wasser einen Aktivkohlefilter nutzen, um zu verhindern, dass Ihr Trinkwasser möglicherweise mit Krankheitserregern oder Schadstoffen verunreinigt ist. Vitalhelden führt dabei ausschließlich Aktivkohle-Blockfilter – keine Umkehrosmose-Anlagen; einen ausführlichen Vergleich beider Verfahren (inkl. Abwasser- und Kostenzahlen) finden Sie auf unserer Vergleichsseite.

Ob nun Reinstwasser wie destilliertes Wasser gesund ist, ist ein anderer Aspekt. Schließlich sorgen Mineralien und Salze im Wasser für Balance (neutralen ph-Wert) und gutem Geschmack.

Reinwasser

Aufbereitetes Wasser wie Trinkwasser, weist nicht den höchsten Reinheitsgrad auf.

Reinstwasser

Enthält keine Mineralien, Leitfähigkeit unter 1 µS/cm – vor allem für Industrie und Medizin.

Für den Alltag

Ein Aktivkohlefilter verbessert die Wasserqualität, ohne das Wasser komplett zu demineralisieren.

Wasser weiter aufbereiten?Aktivkohle-Blockfilter oder Umkehrosmose – der Vergleich zeigt, welches Verfahren für Ihren Bedarf passt. Oder sprechen Sie direkt mit Marco Fabian.

Quellen

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Marco Fabian Profilbild

Marco Fabian | Geschäftsführer Vitalhelden GmbH · Trinkwasseraufbereitung seit 2014

Marco Fabian ist Gründer der Vitalhelden GmbH und beschäftigt sich seit 2014 intensiv mit Trinkwasseraufbereitung. In dieser Zeit hat er tausende Haushalte bei der Auswahl passender Filtersysteme begleitet und arbeitet eng mit deutschen Herstellern wie Carbonit und Alvito zusammen.

Über den Autor