Trinkwasser in Friedrichshafen: Wasserhärte und Messwerte

Wasserhärte in Friedrichshafen

9,2 °dH

mittel

Das Trinkwasser in Friedrichshafen hält alle Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein. Die Gesamthärte beträgt 9,2 °dH, das ist der Härtebereich mittel. Friedrichshafen wird zu 100 Prozent mit Bodenseewasser versorgt, entnommen aus 45 bis 55 Metern Tiefe. Kein untersuchter Wert erreicht die Hälfte seines Grenzwerts.

Die Besonderheit: Der Bodensee ist der größte Trinkwasserspeicher Mitteleuropas, und seine tiefste Stelle liegt direkt vor der Stadt. Das schiere Volumen verdünnt alles, was das Einzugsgebiet einträgt — daher die durchweg niedrigen Werte.

Was Sie mit dieser Zahl tun

Spülmaschine

9,2°dH

Am Wasserenthärter einstellen. In mmol/l: 1,6.

Waschmittel

mittel

Auf der Packung die Dosierung für „mittel“ nehmen.

Babynahrung

eigene Regeln

Dafür zählt die Härte nicht — worauf es ankommt.

Die Versorgungszonen

Friedrichshafen (Bodenseewasser, Netzprobe TWF 5.1)
9,2
°dH · mittel
Stadtgebiet Friedrichshafen

Die Werte auf einen Blick

8

Werte unter ihrem Grenz- bzw. Indikatorwert

0

Werte liegen darüber

6

Parameter ohne veröffentlichten Wert

Alle veröffentlichten Werte

Trinkwasserwerte Friedrichshafen nach Versorgungszone, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Quelle: STADTWERK AM SEE GmbH & Co. KG.

ParameterFriedrichshafen (Bodenseewasser, Netzprobe TWF 5.1) Grenz- bzw.
Indikatorwert
Einordnung
Gesamthärte°dH9,2Mineralstoff
Calciummg/l51,6Mineralstoff
Magnesiummg/l8,7Mineralstoff
Kaliummg/l1,4Mineralstoff
Natriummg/l5,6200 3 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Nitratmg/l3,750 7 % des Grenzwerts
Sulfatmg/l34,3250 14 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Chloridmg/l7,3250 3 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Fluoridmg/l0,091,5 6 % des Grenzwerts
pH-Wert7,926,5–9,5 im Bereich
LeitfähigkeitµS/cm3402790 12 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Uranµg/l1,110 11 % des Grenzwerts
Summe PFAS-20µg/l0,00330,1 3 % des Grenzwerts

Werte unverändert übernommen aus der Veröffentlichung des Versorgers nach § 46 TrinkwV. Friedrichshafen (Bodenseewasser, Netzprobe TWF 5.1), Prüfbericht, Probenahme 09.09.2025

Grenzwerte nach Trinkwasserverordnung, Anlage 2 und 3. Prozentangaben beziehen sich auf den höchsten Zonenwert. Werte unter der Bestimmungsgrenze stehen so, wie der Versorger sie veröffentlicht — sie werden nicht in Prozent umgerechnet. Wie diese Tabelle zu lesen ist

Die Werte sind in Ordnung — sie beschreiben nur nicht Ihr Glas

Sie gelten für das Wasser, das das Stadtwerk am See bis zum Hausanschluss liefert. Was auf den letzten Metern durch Ihre eigenen Leitungen dazukommt — Blei, Kupfer, Nickel aus Rohren und Armaturen — steht in keiner dieser Zahlen.

Dazu kommt, was gar nicht erst geprüft wird. Die Tabelle oben zeigt 13 Parameter, die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 — im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende: Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Genau dort, wo die Zuständigkeit des Versorgers endet und Ihre eigene Hausinstallation anfängt: hinter dem letzten Meter, den keine Analyse dieser Seite abdeckt.

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Vor der Haustür liegt der größte Trinkwasserspeicher Mitteleuropas. Der Bodensee fasst 48,5 Kubikkilometer Wasser auf 536 Quadratkilometern Fläche, und seine tiefste Stelle — 251 Meter — liegt nicht irgendwo, sondern zwischen Friedrichshafen und dem schweizerischen Uttwil. Für Friedrichshafen ist der Weg kürzer: Die Stadt holt sich das Wasser selbst aus dem See, aus 45 bis 55 Metern Tiefe, wo es ganzjährig 6 bis 8 Grad kalt ist.

Das erklärt fast alles, was in der Wertetabelle steht. Ein Brunnen bildet ab, wodurch das Grundwasser gesickert ist, und im Voralpenland heißt das: durch die kalkreichen Kiese und Moränen, die der Rheingletscher hier liegen gelassen hat. Der See dagegen ist ein Mischgefäß von 48,5 Milliarden Kubikmetern. Was Alpenrhein, Bregenzer Ach und Schussen eintragen, verteilt sich darin über Jahre, bevor es an der Entnahmestelle ankommt. Heraus kommt ein Wasser, das mäßig mineralisiert ist, im Jahresverlauf kaum schwankt — und das mit dem Grundwasser weniger Kilometer landeinwärts wenig gemein hat.

Wie hart ist das Wasser in Friedrichshafen?

Einen Bereich „sehr hart" gibt es im Gesetz nicht, auch wenn die Bezeichnung im Netz kursiert.

Interessant wird die Zahl im Vergleich mit der Nachbarschaft. Ravensburg, gut 20 Kilometer nördlich, liegt je nach Versorgungsgebiet zwischen 16,4 und 21,3 °dH, Radolfzell am Untersee zwischen 20,7 und 24,9 °dH. Konstanz dagegen, das sein Wasser ebenfalls aus dem See holt, meldet 8,96 °dH — und Reutlingen, 150 Kilometer nördlich, hat in seiner Bodenseewasser-Zone 9,11 °dH. Die Härte gehört hier also nicht zum Ort, sondern zum See.

Einordnung im Bestand

Von 238 Orten mit veröffentlichter Härtezahl liegt Friedrichshafen auf Rang 191 — weicher als 81 % der erfassten Orte. Der Median liegt bei 13,9 °dH.

1,8 °dH Median 13,9 45 °dH

Friedrichshafen · 9,2 °dH

Sulfat ist mit 14 % des Indikatorwerts der höchste Wert

Nitrat ist der Wert, an dem sich Landnutzung normalerweise zeigt — und rund um Friedrichshafen wird intensiv Obst angebaut, im benachbarten Tettnang Hopfen. Im Tiefenwasser des Sees kommen davon 3,7 mg/l an, gut sieben Prozent des Grenzwerts. Nicht, weil hier nichts einträte, sondern weil 48,5 Kubikkilometer Wasser alles verdünnen, was ein Einzugsgebiet von 11.500 Quadratkilometern liefert.

Ein Wert verdient trotzdem einen zweiten Blick. Die Summe der 20 überwachungspflichtigen PFAS liegt bei 0,0033 µg/l, also 3,3 Nanogramm je Liter, bei einem Grenzwert von 0,1 µg/l, der seit dem 12. Januar 2026 gilt. Bemerkenswert ist daran nicht die Höhe, sondern dass überhaupt eine Zahl dasteht: Der Bericht weist einen Messwert aus, keine Bestimmungsgrenze. Blei, Kupfer, Nickel, Arsen, Nitrit und die Pestizide lagen sämtlich unter der Bestimmungsgrenze — ohne dass der Bericht die zugehörige Zahl nennt, weshalb sie in unserer Tabelle fehlen.

Woher das Friedrichshafener Trinkwasser kommt

Zu 100 Prozent aus dem Bodensee, ohne Beimischung von Grundwasser oder Quellwasser. Das Rohwasser läuft über drei Entnahmeleitungen ins Seewasserwerk und dort durch vier Stufen: Ozon zur Desinfektion, ein Zweischicht-Sandfilter für Schwebstoffe, ein Aktivkohlefilter für gelöste Restinhalte, zum Schluss UV-Licht. Chlor kommt in Friedrichshafen nicht zum Einsatz — in Überlingen, das dasselbe Unternehmen versorgt, dagegen schon. Danach geht das Wasser in die Hochbehälter und von dort ins Netz.

Ein Problem hat dieses System, und es ist ein ausgesprochen bodenseespezifisches: die Quagga-Muschel. Seit 2016 im See nachgewiesen, besiedelt sie unter anderem die Entnahmeleitungen und setzt die Siebe zu. Das Stadtwerk hat rund eine Million Euro in einen zusätzlichen Entnahmeschacht am Seewasserwerk investiert, über den sich die Siebe reinigen lassen, während die übrigen Leitungen weiterlaufen; die Leitungen im Uferbereich wurden dabei erneuert. Mit der Wasserqualität am Hahn hat das nichts zu tun — es ist der Grund, warum die Gewinnung aus einem See teurer wird.

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Was 9,2 °dH im Haushalt bedeuten

Die Zuständigkeit des Versorgers endet am Hausanschluss. Was danach kommt, liegt beim Eigentümer oder Vermieter, und darüber kann keine Analyse des Wasserwerks Auskunft geben: alte Leitungen, selten genutzte Stränge, in denen Wasser tagelang steht, gelöste Metalle aus Armaturen. In Friedrichshafen kommt eine Besonderheit dazu, die man dem Wasser nicht ansieht: Zwei Drittel der Stadt wurden nach 1945 neu gebaut, der Bestand an sehr alten Hausinstallationen ist entsprechend klein — ausgeschlossen sind sie im erhaltenen Altbau aber nicht.

  • Wasser ablaufen lassen, wenn es länger in der Leitung stand, bis es gleichmäßig kalt nachläuft. Der einfachste Handgriff, und er kostet nichts.
  • Kein Warmwasser zum Trinken oder Kochen verwenden. Dort lösen sich Metalle leichter, und die Standzeiten im Speicher sind länger.
  • Bei Verdacht auf Bleileitungen in Altbauten eine Probe am eigenen Hahn untersuchen lassen. Für diesen Fall ist eine Analyse tatsächlich sinnvoll, weil die Werte des Versorgers dazu nichts sagen können.

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Gesinterte Aktivkohle-Blöcke halten unter anderem zurück:

  • Chlor & Chlorver­bindungen
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  • Mikro­plastik
  • Pestizide
  • Arzneimittel­rückstände
  • Hormone & PFAS
  • Bakterien & Keime
  • Parasiten
  • Asbest­fasern
  • Sand, Rost & Sedi­mente
  • Organische Ver­bindungen
  • Trübungen & Ver­färbungen

Welcher Stoff wie weit zurückgehalten wird

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Friedrichshafen bedenkenlos trinken?

Ja. Der Prüfbericht des Stadtwerks am See weist für das Stadtgebiet 13 Parameter aus, und keiner davon erreicht die Hälfte seines Grenz- oder Indikatorwerts. Beanstandungen gibt es nicht, das Wasser ist ohne Einschränkung als Lebensmittel verwendbar.

Der übliche Vorbehalt betrifft nicht das Wasserwerk, sondern das Haus: Die Zuständigkeit des Versorgers endet am Hausanschluss, für alles dahinter haftet der Eigentümer. Wasser, das über Nacht in der Leitung stand, lassen Sie vor der Entnahme kurz ablaufen.

Wie hart ist das Wasser in Friedrichshafen?

9,2 °dH, das entspricht dem Härtebereich mittel. Für Waschmaschine und Geschirrspüler stellen Sie damit die mittlere Dosierstufe ein — die Angabe auf der Waschmittelpackung bezieht sich genau auf diese drei gesetzlichen Bereiche.

Für ein Wasserenthärtungssystem im Haus ist das kein üblicher Anlass. Solche Anlagen werden meist ab etwa 14 °dH erwogen, also erst im Bereich hart, und sie verändern das Wasser für den gesamten Haushalt einschließlich der Heizung.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Friedrichshafen trinken?

Ja, für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist das Friedrichshafener Leitungswasser geeignet. Das Stadtwerk am See weist seine Versorgung ausdrücklich als geeignet für Babynahrung aus. Der Nitratwert liegt bei 3,7 mg/l und damit weit unter dem Grenzwert von 50 mg/l, Fluorid bei 0,09 mg/l.

Zwei Punkte liegen bei Ihnen: Lassen Sie das Wasser ablaufen, bis es gleichmäßig kalt kommt, und nehmen Sie kein Wasser aus der Warmwasserleitung. Beides gilt unabhängig vom Versorger.

Woher kommt das Trinkwasser in Friedrichshafen?

Zu 100 Prozent aus dem Bodensee. Das Stadtwerk am See entnimmt das Rohwasser aus 45 bis 55 Metern Tiefe, wo es ganzjährig 6 bis 8 Grad kalt ist, und bereitet es im Seewasserwerk mit Ozon, Sandfilter, Aktivkohle und UV-Licht auf.

Grundwasser oder Quellwasser wird in Friedrichshafen nicht beigemischt. Im Versorgungsgebiet Überlingen desselben Unternehmens ist das anders — dort kommen zu dem Seewasser Tiefbrunnen und Quellen hinzu.

Ist das Wasser in allen Stadtteilen von Friedrichshafen gleich?

Ja. Das Stadtwerk am See führt für Friedrichshafen eine einzige Versorgungszone, gespeist aus dem Seewasserwerk. Ailingen, Ettenkirch, Kluftern und Raderach bekommen dasselbe Wasser wie die Kernstadt.

Das ist keine Selbstverständlichkeit: In Städten, die aus mehreren Brunnen oder Quellen schöpfen, unterscheiden sich Härte und Mineralgehalt teils erheblich zwischen den Vierteln. Wo nur eine Quelle gefasst wird, gilt ein Wert für das gesamte Netz.

Wird das Trinkwasser in Friedrichshafen gechlort?

Nein. Die letzte Desinfektionsstufe im Seewasserwerk Friedrichshafen ist UV-Licht, davor steht eine Behandlung mit Ozon. Beides hinterlässt keinen Rückstand im Wasser, anders als Chlor, das im Netz absichtlich wirksam bleibt und deshalb zu riechen ist.

Im Versorgungsgebiet Überlingen setzt dasselbe Unternehmen Chlor ein. Wer in Friedrichshafen einen Chlorgeruch wahrnimmt, sollte das dem Stadtwerk melden: Nach Rohrbrüchen oder Bauarbeiten kann vorübergehend desinfiziert werden, und solche Maßnahmen werden bekannt gegeben.

An wen wende ich mich bei einer Störung oder trübem Wasser?

An das Stadtwerk am See: Die Störungsannahme ist rund um die Uhr unter 0800 505 3333 erreichbar, der Kundenservice werktags unter 0800 505 2000.

Kurzzeitig milchig-trübes Wasser ist meist Luft und verschwindet, wenn das Glas eine Minute steht. Bleibt die Trübung, oder ist das Wasser bräunlich, gehört das gemeldet — nach Rohrbrüchen oder Spülungen im Netz kann sich Ablagerung lösen. Für Ihre Hausinstallation ist der Eigentümer zuständig, nicht der Versorger.