Wasserqualität in Kempten

Wasserhärte in Kempten (Allgäu)

12,619,9 °dH

hart · mittel · 2 Versorgungszonen

Der Wert hängt davon ab, welche Zone Ihre Adresse versorgt — die Zonen stehen unten in der Tabelle.

Das Trinkwasser in Kempten (Allgäu) hält alle Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein. Die Wasserhärte liegt je nach Versorgungszone bei 12,6 oder 19,9 °dH. Die Mittel- und Niederzone fällt damit in den Härtebereich mittel, die Zone St. Mang in den Bereich hart. Kein Messwert erreicht die Hälfte seines Grenzwerts.

Der Unterschied kommt aus der Herkunft: Kempten verteilt eigenes Quellwasser aus Leubas und Fleschützen zusammen mit Fernwasser aus dem Oberen Allgäu. Welche Adresse zu welcher Zone gehört, ist öffentlich nicht dokumentiert.

Was Sie mit dieser Zahl tun

Spülmaschine

19,9°dH

Am Wasserenthärter einstellen. In mmol/l: 3,6. Gilt für die härteste Zone.

Waschmittel

hartje nach Zone

Auf der Packung die Dosierung für „hart“ nehmen — in einzelnen Zonen eine andere.

Kalk

sichtbar

In Wasserkocher, Kaffeemaschine und an Armaturen — was die Härte im Haushalt ausmacht.

Babynahrung

eigene Regeln

Dafür zählt die Härte nicht — worauf es ankommt.

Die Versorgungszonen

Zone St. Mang
19,9
°dH · hart
Stadtteil St. Mang mit Lenzfried
Mittel- und Niederzone
12,6
°dH · mittel
übriges Stadtgebiet Kempten außerhalb von St. Mang und Lenzfried

Die Werte auf einen Blick

12

Werte unter ihrem Grenz- bzw. Indikatorwert

0

Werte liegen darüber

2

Parameter ohne veröffentlichten Wert

Alle veröffentlichten Werte

2 Versorgungszonen

Trinkwasserwerte Kempten (Allgäu) nach Versorgungszone, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Quelle: Kemptener Kommunalunternehmen (KKU).

ParameterZone St. MangMittel- und Niederzone Grenz- bzw.
Indikatorwert
Einordnung
Gesamthärte°dH19,912,6Mineralstoff
Calciummg/l10371,3Mineralstoff
Magnesiummg/l24,712,0Mineralstoff
Kaliummg/l1,50,9Mineralstoff
Natriummg/l10,25,1200 5 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Nitratmg/l7,32,450 15 % des Grenzwerts
Sulfatmg/l7,219,8250 8 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Chloridmg/l23,09,0250 9 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
pH-Wert7,377,766,5–9,5 im Bereich
LeitfähigkeitµS/cm7114472790 25 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Bleiµg/l<2,0<2,010 unter Bestimmungsgrenze
Kupfermg/l<0,0050<0,00502 unter Bestimmungsgrenze
Nickelµg/l<5,0<5,020 unter Bestimmungsgrenze
Uranµg/l<1,0<1,010 unter Bestimmungsgrenze
Arsenµg/l<1,0<1,010 unter Bestimmungsgrenze
Summe PFAS-20µg/ln.n.n.n.0,1 unter Bestimmungsgrenze
Pestizide gesamtµg/ln.n.n.n.0,5 unter Bestimmungsgrenze

Werte unverändert übernommen aus der Veröffentlichung des Versorgers nach § 46 TrinkwV. Zone St. Mang, 30.06.2026 · Mittel- und Niederzone, 30.06.2026

Grenzwerte nach Trinkwasserverordnung, Anlage 2 und 3. Prozentangaben beziehen sich auf den höchsten Zonenwert. Werte unter der Bestimmungsgrenze stehen so, wie der Versorger sie veröffentlicht — sie werden nicht in Prozent umgerechnet.

Zwischen 12,6 und 19,9 °dH — Kalk ist dabei nicht das Problem

Calcium und Magnesium sind Mineralstoffe; sie setzen Geräten zu, nicht Ihnen. Und welcher der beiden Werte für Sie gilt, ändert daran nichts. Interessant für das, was Sie trinken, ist etwas anderes: Die Analyse des Versorgers endet am Hausanschluss. Was auf den letzten Metern durch Ihre eigenen Leitungen dazukommt — Blei, Kupfer, Nickel aus Rohren und Armaturen — steht in keiner dieser Zahlen.

Dazu kommt, was gar nicht erst geprüft wird. Die Tabelle oben zeigt 17 Parameter, die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 — im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende: Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Für unsere Aktivkohle-Blockfilter sind die Prüfgutachten veröffentlicht: über 90 % Rückhalt bei Blei, 99 % bei Kupfer.

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Genau daraus ergibt sich der Sonderfall dieser Stadt: Kempten hat nicht ein Trinkwasser, sondern zwei. Im Stadtteil St. Mang mit Lenzfried ist das Leitungswasser hart, im übrigen Stadtgebiet liegt es im mittleren Bereich. Zwischen beiden Zonen liegen 7,3 Grad deutscher Härte, gemessen am selben Tag, dem 30. Juni 2026.

Der Grund steckt in der Herkunft. Rund ein Fünftel des Kemptener Bedarfs decken eigene Quellen bei Leubas und Fleschützen, die übrigen vier Fünftel liefert der Zweckverband Fernwasserversorgung Oberes Allgäu aus seinen Gewinnungsanlagen in Altstädten, illeraufwärts im Süden. Zwei Herkünfte, zwei Untergründe, zwei Prüfberichte — und ein Netz, das beides verteilt.

Zwei Zonen, zwei Wässer — und warum das keine Verdünnung ist

Im Umland ist Härte um 20 °dH der Normalfall: Kaufbeuren liegt bei 20,6 °dH, Memmingen bei 20,5. Die Kemptener Zone St. Mang trifft mit 19,9 also genau den regionalen Durchschnitt. Auffällig ist die andere Zone — 12,6 °dH sind für das Allgäu ungewöhnlich wenig.

Interessanter als die beiden Härtezahlen ist aber, was daneben steht. Wäre die weichere Zone dasselbe Wasser, nur verdünnt, müsste dort jeder Wert niedriger liegen. Calcium und Magnesium tun das auch: 103 gegenüber 71,3 mg/l, 24,7 gegenüber 12,0 mg/l. Chlorid und Nitrat ebenso. Beim Sulfat kehrt sich das Verhältnis jedoch um — 7,2 mg/l in St. Mang, 19,8 mg/l in der Mittel- und Niederzone. Ein verdünntes Wasser kann in einem Parameter nicht höher liegen als das unverdünnte. Das sind zwei verschiedene Wässer, nicht eines in zwei Konzentrationen.

Dokumentiert ist nur die grobe Aufteilung des Stadtgebiets: St. Mang und Lenzfried auf der einen Seite, der Rest auf der anderen. Eine Straßenliste, aus der sich die eigene Adresse zuordnen ließe, war zum Prüfzeitpunkt nicht öffentlich abrufbar — im Zweifel gibt das KKU Auskunft.

Ein Detail noch zur Einordnung: Die Rubrikseite des KKU nennt für St. Mang 18,9 °dH, der Prüfbericht vom 30. Juni 2026 nennt 19,9. Wir übernehmen die Zahl aus dem Prüfbericht, weil sie datiert und einzeln belegt ist. Am Härtebereich ändert die Differenz nichts, beide Zahlen liegen über 14.

Einordnung im Bestand

Von 238 Orten mit veröffentlichter Härtezahl liegt Kempten (Allgäu) auf Rang 40 — härter als 83 % der erfassten Orte. Der Median liegt bei 13,9 °dH.

1,8 °dH Median 13,9 45 °dH

Kempten (Allgäu) · 19,9 °dH

Leitfähigkeit ist mit 25 % des Indikatorwerts der höchste Wert

200 Parameter umfasst die Untersuchung, die das KKU für beide Zonen veröffentlicht.

Ein Nitratwert von 2,4 mg/l ist etwas anderes als einer von 45. Beide halten den Grenzwert ein, aber 2,4 liegt in der Nähe dessen, was Grundwasser ohne nennenswerten landwirtschaftlichen Eintrag von Natur aus mitbringt. Das Allgäu ist eine der milchwirtschaftlich am stärksten geprägten Regionen Deutschlands. Wer angesichts von Gülle und Weidewirtschaft mit einem hohen Nitratwert rechnet, findet in diesen Zahlen keine Bestätigung — und das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis der Einzugsgebiete und ihrer Schutzregeln.

Woher das Kemptener Trinkwasser kommt

Rund 4,3 Millionen Kubikmeter Trinkwasser gibt das Kemptener Kommunalunternehmen jährlich an private Haushalte, öffentliche Einrichtungen sowie Handel und Industrie ab.

Dort dürfen weder Chemikalien noch Gülle ausgebracht werden, Baumaßnahmen sind ebenso untersagt wie die Haltung von Kühen.

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Was 12,6 bis 19,9 °dH im Haushalt bedeuten

Die Zuständigkeit des Versorgers endet am Hausanschluss. Was danach passiert, liegt beim Eigentümer oder Vermieter — und dazu kann keine Analyse des Wasserwerks etwas sagen. Alte oder beschädigte Leitungen, selten genutzte Stränge, in denen Wasser tagelang steht, Biofilme, gelöste Metalle aus Armaturen: All das entsteht hinter der Übergabestelle.

  • Wasser ablaufen lassen, wenn es länger in der Leitung stand — so lange, bis es gleichmäßig kalt nachläuft. Das ist der einfachste und wirksamste Handgriff, und er kostet nichts.
  • Kein Wasser aus der Warmwasserleitung zum Trinken oder Kochen nehmen. Dort lösen sich Metalle leichter, und Warmwasser ist der Ort, an dem sich Legionellen vermehren.
  • Bei Verdacht auf Bleileitungen im Altbau eine Probe am eigenen Hahn untersuchen lassen. Der Prüfbericht weist Blei mit weniger als 2,0 µg/l aus, aber er misst im Netz, nicht in Ihrer Küche.

Ihr Wasserversorger

Kemptener Kommunalunternehmen (KKU)

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Was unsere Wasserfilter zurückhalten

Gesinterte Aktivkohle-Blöcke halten unter anderem zurück:

  • Chlor & Chlorverbindungen
  • Schwermetalle
  • Mikroplastik
  • Pestizide
  • Arzneimittelrückstände
  • Hormone & PFAS
  • Bakterien & Keime
  • Parasiten
  • Asbestfasern
  • Sand, Rost & Sedimente
  • Organische Verbindungen
  • Trübungen & Verfärbungen

Welcher Stoff wie weit zurückgehalten wird

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Kempten bedenkenlos trinken?

Ja. Der Prüfbericht des KKU vom 30. Juni 2026 hält in beiden Versorgungszonen alle Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein, und zwar mit großem Abstand: Kein untersuchter Stoff erreicht die Hälfte seines Grenz- oder Indikatorwerts.

Der übliche Vorbehalt gilt in Kempten wie überall. Die Verantwortung des Versorgers endet am Hausanschluss, danach zählt die Hausinstallation. Lassen Sie Wasser, das über Nacht in der Leitung stand, kurz ablaufen, bevor Sie es trinken.

Wie hart ist das Wasser in Kempten?

Das hängt vom Stadtteil ab. In der Zone St. Mang, die St. Mang und Lenzfried umfasst, liegt die Härte bei 19,9 °dH und damit im Härtebereich hart. In der Mittel- und Niederzone, also im übrigen Stadtgebiet, sind es 12,6 °dH — Härtebereich mittel.

Für die Waschmitteldosierung heißt das: In St. Mang und Lenzfried die Stufe hart wählen, sonst die Stufe mittel. Wer im weicheren Stadtteil nach der harten Stufe dosiert, verbraucht dauerhaft mehr Waschmittel als nötig.

Ist das Wasser in allen Kemptener Stadtteilen gleich?

Nein. Kempten hat zwei Versorgungszonen mit deutlich unterschiedlichem Wasser. Zwischen 12,6 und 19,9 °dH liegen 7,3 Grad deutscher Härte, und auch Magnesium, Chlorid und Nitrat unterscheiden sich um mehr als das Doppelte.

Welche Straße zu welcher Zone gehört, war zum Prüfzeitpunkt nicht öffentlich dokumentiert. Belegt ist nur die grobe Aufteilung: St. Mang und Lenzfried gehören zur harten Zone, das übrige Stadtgebiet zur Mittel- und Niederzone. Im Zweifel gibt das KKU Auskunft.

Woher kommt das Trinkwasser in Kempten?

Aus zwei Herkünften. Rund 20 Prozent des Kemptener Bedarfs stammen aus eigenen Quellen bei Leubas und Fleschützen, rund 80 Prozent liefert der Zweckverband Fernwasserversorgung Oberes Allgäu aus seinen Gewinnungsanlagen in Altstädten. Insgesamt gibt das KKU jährlich etwa 4,3 Millionen Kubikmeter ab.

Weil die beiden Herkünfte unterschiedlich mineralisiert sind, veröffentlicht das KKU für Kempten zwei Analysen statt einer — je einen Prüfbericht für die Zone St. Mang und für die Mittel- und Niederzone.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Kempten trinken?

Ja, Leitungswasser eignet sich für die Zubereitung von Säuglingsnahrung, wenn es die Trinkwasserverordnung erfüllt — in Kempten ist das der Fall. Der Nitratwert liegt mit 2,4 mg/l in der Mittel- und Niederzone und 7,3 mg/l in St. Mang weit unter dem Grenzwert von 50 mg/l, Blei und Nickel lagen unter der Bestimmungsgrenze.

Zwei Punkte betreffen nicht das Wasserwerk, sondern Ihre Wohnung: Wasser vor der Entnahme ablaufen lassen, bis es gleichmäßig kalt kommt, und nie Warmwasser verwenden. Bei Verdacht auf Bleileitungen im Haus lohnt eine Probe am eigenen Hahn.

Ist im Kemptener Trinkwasser Chlor?

Im Regelfall nicht. In Deutschland wird Trinkwasser nur dann desinfiziert, wenn es notwendig ist — etwa nach einer Rohrbruchreparatur oder einem mikrobiologischen Befund. Dauerhaft gechlortes Wasser ist die Ausnahme, nicht die Regel.

Wenn Ihr Wasser vorübergehend nach Schwimmbad riecht, steht meist eine solche Maßnahme dahinter; ob gerade eine läuft, meldet der Versorger und nicht diese Seite. Der Geruch verliert sich weitgehend, wenn Sie das Wasser eine halbe Stunde offen stehen lassen.

An wen wende ich mich bei einer Störung der Wasserversorgung in Kempten?

An das Kemptener Kommunalunternehmen. Das KKU unterhält Entstördienste für die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung, für Verstopfungen im Abwassernetz und für Druckentwässerungsanlagen.

Zuständig ist das KKU allerdings nur bis zum Hausanschluss. Braunes Wasser nach Bauarbeiten in der Straße ist ein Fall für den Versorger. Ein einzelner Hahn mit schwachem Druck oder metallischem Geschmack ist eher ein Fall für den Installateur oder den Eigentümer des Hauses.