Trinkwasser in Göttingen: Wasserhärte und Messwerte
Wasserhärte in Göttingen
6,6–7,3 °dH
weich
Das Trinkwasser in Göttingen hält die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein. Die Gesamthärte liegt zwischen 6,6 und 7,3 °dH, das ist der Härtebereich weich. Rund 80 Prozent des Göttinger Trinkwassers stammen aus der Sösetalsperre im Harz. Kein Messwert erreicht die Hälfte seines Grenz- oder Indikatorwerts.
Die Stadtwerke Göttingen veröffentlichen Jahresspannen statt einzelner Messwerte. Das passt zur Herkunft: Das Leitungswasser ist eine Mischung aus Harzwasser und Grundwasser aus drei Anlagen im Stadtgebiet, deren Anteile über das Jahr wechseln.
Was Sie mit dieser Zahl tun
Waschmittel
weich
Auf der Packung die Dosierung für „weich“ nehmen.
Kalk
kaum
Kaum Ablagerungen in Geräten und an Armaturen — was die Härte im Haushalt ausmacht.
Babynahrung
eigene Regeln
Dafür zählt die Härte nicht — worauf es ankommt.
Die Werte auf einen Blick
14
Werte unter ihrem Grenz- bzw. Indikatorwert
0
Werte liegen darüber
0
Parameter ohne veröffentlichten Wert
Alle veröffentlichten Werte
Trinkwasserwerte Göttingen nach Versorgungszone, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Quelle: Stadtwerke Göttingen AG.
| Parameter | Versorgungsgebiet Goettingen | Grenz- bzw. Indikatorwert |
Einordnung |
|---|---|---|---|
| Gesamthärte°dH | 6,6–7,3 | — | Mineralstoff |
| Calciummg/l | 34,9–38,1 | — | Mineralstoff |
| Magnesiummg/l | 7,36–8,74 | — | Mineralstoff |
| Kaliummg/l | <0,5–1,1 | — | Mineralstoff |
| Natriummg/l | 6,2–9,3 | 200 | bis 5 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert |
| Nitratmg/l | 9,4–12,8 | 50 | bis 26 % des Grenzwerts |
| Nitritmg/l | <0,02 | 0,5 | unter Bestimmungsgrenze |
| Sulfatmg/l | 25–36 | 250 | bis 14 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert |
| Chloridmg/l | 9,1–14,2 | 250 | bis 6 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert |
| Fluoridmg/l | <0,2 | 1,5 | unter Bestimmungsgrenze |
| pH-Wert | 7,6–8,8 | 6,5–9,5 | im Bereich |
| LeitfähigkeitµS/cm | 278–319 | 2790 | bis 11 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert |
| Bleiµg/l | <1 | 10 | unter Bestimmungsgrenze |
| Kupfermg/l | 0,009–0,18 | 2 | bis 9 % des Grenzwerts |
| Nickelµg/l | 2–7 | 20 | bis 35 % des Grenzwerts |
| Uranµg/l | <0,5 | 10 | unter Bestimmungsgrenze |
| Arsenµg/l | <1 | 10 | unter Bestimmungsgrenze |
| Summe PFAS-20µg/l | <0,001–0,005 | 0,1 | unter Bestimmungsgrenze |
| Pestizide gesamtµg/l | <0,01 | 0,5 | unter Bestimmungsgrenze |
Werte unverändert übernommen aus der Veröffentlichung des Versorgers nach § 46 TrinkwV. Versorgungsgebiet Goettingen, Wasseranalyse 2025, Stand November 2025
Grenzwerte nach Trinkwasserverordnung, Anlage 2 und 3. Prozentangaben beziehen sich auf den höchsten Zonenwert. Werte unter der Bestimmungsgrenze stehen so, wie der Versorger sie veröffentlicht — sie werden nicht in Prozent umgerechnet. Wie diese Tabelle zu lesen ist
Die untere Grenze der PFAS-20-Spanne und die untere Grenze der Kaliumspanne sind im Bericht Angaben zur Bestimmungsgrenze, keine Messwerte - deshalb stehen sie als „kleiner als“-Angabe in der Tabelle.
Hydrogencarbonat und die Summe der vier ab 2028 geregelten PFAS stehen nicht im Bericht - deshalb fehlen sie in der Tabelle.
Blei, Uran, Arsen und Nickel stehen im Bericht in mg/l, hier in µg/l. Kupfer bleibt in mg/l.
7,3 °dH: kaum Kalk — dafür aggressiver gegenüber Rohren
So weiches Wasser hinterlässt in Göttingen kaum Ablagerungen. Es nimmt dafür Metalle leichter auf als hartes Wasser. Genau das passiert hinter dem Hausanschluss, wo die Analyse des Versorgers endet: Blei, Kupfer und Nickel aus den eigenen Rohren stehen in keiner dieser Zahlen.
Dazu kommt, was gar nicht erst geprüft wird. Die Tabelle oben zeigt 19 Parameter, die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 — im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende: Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.
Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.
Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Genau dort, wo die Zuständigkeit des Versorgers endet und Ihre eigene Hausinstallation anfängt: hinter dem letzten Meter, den keine Analyse dieser Seite abdeckt.
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Mit dem Wasser aus der Leitung hat all das nichts zu tun. Rund 80 Prozent des Göttinger Trinkwassers kommen aus der Sösetalsperre im Harz. Die übrigen rund 20 Prozent stammen aus drei Anlagen vor Ort — Springmühle, Stegemühle und Weendespring —, deren Wasser so rein ist, dass es keiner Aufbereitung bedarf. Diese Mischung erklärt fast alles, was in der Analyse steht.
Der Einzelwert 6,6 °dH, der früher an dieser Stelle stand, ist das untere Ende der Spanne, die die Stadtwerke heute veröffentlichen.
Weiches Wasser in einer Stadt am Kalkstein
Der Grund für die niedrige Härte liegt nicht unter Göttingen, sondern 40 Kilometer weiter östlich. Der Göttinger Wald ist ein Muschelkalkzug, und Grundwasser aus Muschelkalk gehört zum härtesten, was es in Deutschland gibt. Das Wasser aus der Sösetalsperre dagegen ist im Kern gesammelter Niederschlag über dem Gestein des Oberharzes, das kaum Calcium und Magnesium abgibt.
Wie groß der Unterschied ist, lässt sich an unserem eigenen Datenbestand zeigen. Dort steht eine Zone, die reines Reinwasser aus dem Wasserwerk Söse führt, wie es die Harzwasserwerke nach Hildesheim liefern: 1,8 °dH und 9,8 mg/l Calcium. Göttingen kommt auf das Drei- bis Vierfache dieses Calciumgehalts — und das, obwohl das Harzwasser vier Fünftel der Menge ausmacht. Die Rechnung geht nur auf, wenn das Grundwasser aus Springmühle, Stegemühle und Weendespring deutlich kalkreicher ist als das Talsperrenwasser. Zum Muschelkalk vor der Haustür passt das.
Ein zweiter Wert hängt daran. Der pH-Wert liegt zwischen 7,6 und 8,8, deutlich über dem, was man von Grundwasser kennt. Sehr weiches Wasser ist schlecht gepuffert und greift Rohre an, deshalb wird Talsperrenwasser vor der Einspeisung entsäuert. Der zulässige Bereich reicht von 6,5 bis 9,5, auch das obere Ende bleibt darunter. Woher das Trinkwasser kommt, ist in Göttingen also keine Formsache, sondern der Grund für zwei der auffälligsten Zahlen im Bericht.
Einordnung im Bestand
Von 238 Orten mit veröffentlichter Härtezahl liegt Göttingen auf Rang 214 — weicher als 90 % der erfassten Orte. Der Median liegt bei 13,9 °dH.
Göttingen · 7,3 °dH
Nickel ist mit 35 % des Grenzwerts der höchste Wert
Am nächsten kommt Nickel mit 2 bis 7 µg/l bei einem Grenzwert von 20 — am oberen Ende gut ein Drittel. Blei, Uran und Arsen liegen unter der Bestimmungsgrenze, die Summe der Pestizide ist nicht nachweisbar, und die Summe der 20 überwachten PFAS bleibt zwischen der Bestimmungsgrenze und 0,005 µg/l — bei einem Grenzwert von 0,1 µg/l, der seit Januar 2026 gilt.
Anfang der neunziger Jahre schlossen sich die Wasserversorger im Einzugsgebiet der Oberen Leine zu einer Kooperation zusammen, der auch die Stadtwerke Göttingen AG angehört. Seither arbeiten sie mit landwirtschaftlichen Betrieben zusammen und überwachen über Boden- und Trinkwassermonitoring, was an Dünge- und Pflanzenschutzmitteln auf die Flächen kommt. Ein Viertel des Nitratgrenzwerts nach dreißig Jahren dieser Arbeit ist ein Ergebnis, kein Naturzustand.
Die Aussage gilt für die 18 Stoffe, die untersucht wurden; die Trinkwasserverordnung regelt rund 50. Und sie gilt für den Ort der Probenahme. Ein Bleiwert unter 1 µg/l im Netz sagt nichts über die Leitung in Ihrem Haus.
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Warum im Bericht Spannen stehen und keine einzelnen Werte
Weil sich die Zusammensetzung des Wassers im Lauf des Jahres ändert. Ein einzelner Wert würde nahelegen, aus dem Hahn komme jeden Tag dasselbe Wasser. Der Bericht sagt offen, dass es das nicht tut.
Wie weit die Werte auseinanderliegen, ist von Stoff zu Stoff verschieden. Beim Calcium sind es 34,9 bis 38,1 mg/l, kaum der Rede wert. Und beim Kupfer 0,009 bis 0,18 mg/l — das obere Ende ist das Zwanzigfache des unteren. Der Bericht selbst begründet die Spannen nicht; naheliegend sind wechselnde Anteile von Harz- und Eigenwasser, jahreszeitliche Unterschiede in der Talsperre und die Ausdehnung eines 495 Kilometer langen Netzes.
Beim Kupfer kommt etwas hinzu, das gar nicht aus dem Untergrund stammt. Kupfer löst sich aus Kupferrohren, Nickel aus vernickelten Armaturen, und weiches, schwach gepuffertes Wasser tut das etwas bereitwilliger als hartes. Beide Werte bleiben weit unter ihren Grenzwerten — 0,18 mg/l sind weniger als ein Zehntel der zulässigen 2 mg/l. Sie zeigen aber, an welcher Stelle sich am Wasser überhaupt noch etwas ändert: auf den letzten Metern.
Was 6,6 bis 7,3 °dH im Haushalt bedeuten
Die Zuständigkeit des Versorgers endet am Hausanschluss. Steigleitungen, selten benutzte Stränge, Armaturen und der Warmwasserspeicher liegen beim Eigentümer oder Vermieter, und dazu kann keine Analyse der Stadtwerke etwas sagen. Drei Handgriffe sind deshalb sinnvoll, unabhängig davon, wie gut die veröffentlichten Werte aussehen:
- Wasser ablaufen lassen, wenn es länger in der Leitung stand, bis es gleichmäßig kalt nachkommt. In Göttingen zahlt sich das etwas mehr aus als anderswo, weil weiches Wasser bei langer Standzeit mehr Metall aus Rohren und Armaturen aufnimmt.
- Kein Warmwasser zum Trinken oder Kochen verwenden. Dort lösen sich Metalle leichter, und im Warmwasserspeicher vermehren sich Legionellen, die im kalten Netz keine Rolle spielen.
- Bei Verdacht auf Bleileitungen in Altbauten eine Probe am eigenen Hahn untersuchen lassen. Das ist der eine Fall, in dem eine eigene Analyse wirklich etwas beiträgt.
Ihr Wasserversorger
Stadtwerke Göttingen AG
- Trinkwasserwerte und Analysen: stadtwerke-goettingen.de
- Störungsannahme: 0551 301-333
Filterleistung
Was unsere Wasserfilter zurückhalten
Gesinterte Aktivkohle-Blöcke halten unter anderem zurück:
- Chlor & Chlorverbindungen
- Schwermetalle
- Mikroplastik
- Pestizide
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- Hormone & PFAS
- Bakterien & Keime
- Parasiten
- Asbestfasern
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- Organische Verbindungen
- Trübungen & Verfärbungen
Häufige Fragen
Kann man das Leitungswasser in Göttingen bedenkenlos trinken?
Ja. Alle Grenz- und Indikatorwerte der Trinkwasserverordnung werden eingehalten, und kein einziger der 18 untersuchten Parameter erreicht auch nur die Hälfte seiner gesetzlichen Marke.
Der Vorbehalt gilt in Göttingen wie überall: Die Zuständigkeit der Stadtwerke endet am Hausanschluss. Was zwischen Hausanschluss und Küchenhahn passiert, steht in keiner Versorgeranalyse. Lassen Sie Wasser, das über Nacht in der Leitung stand, kurz ablaufen, bis es gleichmäßig kalt nachkommt.
Wie hart ist das Wasser in Göttingen?
Zwischen 6,6 und 7,3 °dH. Das ist der Härtebereich weich, den das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz unterhalb von 8,4 °dH festlegt. Die Stadtwerke Göttingen veröffentlichen bewusst eine Spanne, weil sich das Mischungsverhältnis aus Harzwasser und Eigenwasser über das Jahr verschiebt.
Für Waschmaschine, Spülmaschine und Waschmittel gilt im gesamten Stadtgebiet dieselbe Einstufung. Wenn ein Gerät nach dem Härtegrad in °dH fragt, tragen Sie einen Wert um 7 ein.
Woher kommt das Trinkwasser in Göttingen?
Zu rund 80 Prozent aus der Sösetalsperre im Harz. Das Wasser wird dort aufbereitet und über eine 40 Kilometer lange Leitung nach Göttingen-Weende geführt. Die restlichen rund 20 Prozent stammen aus den Gewinnungsanlagen Springmühle, Stegemühle und Weendespring im Stadtgebiet.
Verteilt wird die Mischung über ein rund 495 Kilometer langes Netz an mehr als 18.000 Haushalte. Wasserschutzzonen um die Brunnen und Wasserschutzgebiete im Landkreis Göttingen sichern die Gewinnungsgebiete ab.
Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Göttingen trinken?
Ja, für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist Göttinger Leitungswasser geeignet. Der Nitratwert liegt mit 9,4 bis 12,8 mg/l bei rund einem Viertel des Grenzwerts von 50 mg/l, Blei und Uran liegen unter der Bestimmungsgrenze.
Zwei Punkte betreffen nicht das Wasserwerk, sondern Ihre Wohnung: Nehmen Sie das Wasser erst, wenn es gleichmäßig kalt nachläuft, und nie aus der Warmwasserleitung. Besteht in einem Altbau der Verdacht auf Bleileitungen, lohnt eine Probe am eigenen Hahn.
Ist das Wasser in allen Göttinger Stadtteilen gleich?
Weitgehend ja. Die Stadtwerke Göttingen führen nur ein Versorgungsgebiet, und die Mischung aus Harz- und Eigenwasser geht ins gesamte Stadtgebiet. Anders als in Städten mit mehreren Hochbehältern gibt es hier keine Straßenzüge mit deutlich anderer Härte.
Was sich unterscheidet, ist der Zeitpunkt, nicht die Adresse: Über das Jahr verschieben sich die Anteile der beiden Herkünfte, und deshalb veröffentlicht der Versorger Spannen statt fester Werte.
Ist im Göttinger Trinkwasser Chlor?
Im Regelfall nicht. In Deutschland wird Trinkwasser nur desinfiziert, wenn ein konkreter Anlass besteht — etwa nach einem mikrobiologischen Befund oder nach Arbeiten am Netz. Die Wasseranalyse 2025 der Stadtwerke Göttingen weist keine dauerhafte Chlorung aus.
Kommt es vorübergehend doch zu einer Desinfektion, informiert der Versorger darüber. Ein schwacher Chlorgeruch verfliegt weitgehend, wenn das Wasser offen im Krug steht; Aktivkohle bindet Chlor zuverlässig.
An wen wende ich mich bei einer Störung der Wasserversorgung in Göttingen?
An den Entstördienst der Stadtwerke Göttingen AG unter 0551 301-333. Zuständig ist er für die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung, für Verstopfungen im Abwassernetz und für Druckentwässerungsanlagen.
Bei braunem oder trübem Wasser nach Arbeiten am Netz hilft es zunächst, den Hahn einige Minuten laufen zu lassen. Bleibt die Verfärbung, ist der Anruf richtig. Fragen zur Qualität in der eigenen Wohnung beantwortet dagegen der Eigentümer oder Vermieter, nicht der Versorger.




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