Wasserqualität in Hildesheim

Wasserhärte in Hildesheim

1,8 °dH

weich

Das Trinkwasser in Hildesheim hält alle Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein. Mit 1,8 °dH liegt die Gesamthärte im Härtebereich weich, und kein Wert der Analyse erreicht die Hälfte seines Grenz- oder Indikatorwerts. Das Hildesheimer Trinkwasser stammt aus der Grane- und der Sösetalsperre im Harz.

Ungewöhnlich ist der pH-Wert von 9,12. Talsperrenwasser ist von Natur aus weich und leitungsangreifend, deshalb wird es im Wasserwerk entsäuert. Zulässig sind 6,5 bis 9,5.

Was Sie mit dieser Zahl tun

Spülmaschine

1,8°dH

Am Wasserenthärter einstellen. In mmol/l: 0,3.

Waschmittel

weich

Auf der Packung die Dosierung für „weich“ nehmen.

Kalk

kaum

Kaum Ablagerungen in Geräten und an Armaturen — was die Härte im Haushalt ausmacht.

Babynahrung

eigene Regeln

Dafür zählt die Härte nicht — worauf es ankommt.

Die Versorgungszonen

WW Soese I (Nord), Reinwasser
1,8
°dH · weich
Stadt Hildesheim sowie die Ortschaften Einum, Achtum, Uppen, Bavenstedt, Sorsum, Neuhof und Marienrode

Die Werte auf einen Blick

13

Werte unter ihrem Grenz- bzw. Indikatorwert

0

Werte liegen darüber

1

Parameter ohne veröffentlichten Wert

Alle veröffentlichten Werte

Trinkwasserwerte Hildesheim nach Versorgungszone, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Quelle: EVI Energieversorgung Hildesheim GmbH & Co. KG.

ParameterWW Soese I (Nord), Reinwasser Grenz- bzw.
Indikatorwert
Einordnung
Gesamthärte°dH1,8Mineralstoff
Calciummg/l9,8Mineralstoff
Magnesiummg/l2,1Mineralstoff
Kaliummg/l0,8Mineralstoff
Natriummg/l5,0200 3 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Nitratmg/l7,650 15 % des Grenzwerts
Nitritmg/l0,0020,5 0 % des Grenzwerts
Sulfatmg/l16,3250 7 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Chloridmg/l6,4250 3 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Fluoridmg/l0,041,5 3 % des Grenzwerts
pH-Wert9,126,5–9,5 im Bereich
LeitfähigkeitµS/cm1002790 4 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Bleiµg/l<110 unter Bestimmungsgrenze
Kupfermg/l0,00112 0 % des Grenzwerts
Nickelµg/l<120 unter Bestimmungsgrenze
Uranµg/l<0,110 unter Bestimmungsgrenze
Arsenµg/l<0,510 unter Bestimmungsgrenze
Summe PFAS-20µg/l0,0050,1 5 % des Grenzwerts

Werte unverändert übernommen aus der Veröffentlichung des Versorgers nach § 46 TrinkwV. WW Soese I (Nord), Reinwasser, Monatsanalysen 2025, Jahresmittel

Grenzwerte nach Trinkwasserverordnung, Anlage 2 und 3. Prozentangaben beziehen sich auf den höchsten Zonenwert. Werte unter der Bestimmungsgrenze stehen so, wie der Versorger sie veröffentlicht — sie werden nicht in Prozent umgerechnet.

Die Werte sind Jahresmittel aus den Monatsanalysen 2025; ein einzelnes Probenahmedatum nennt der Bericht nicht.

Hydrogencarbonat, die Pestizidsumme und die PFAS-4-Summe weist der Bericht nicht aus — diese Felder bleiben deshalb leer.

1,8 °dH: kaum Kalk — dafür aggressiver gegenüber Rohren

So weiches Wasser hinterlässt in Hildesheim kaum Ablagerungen. Es nimmt dafür Metalle leichter auf als hartes Wasser. Genau das passiert hinter dem Hausanschluss, wo die Analyse des Versorgers endet: Blei, Kupfer und Nickel aus den eigenen Rohren stehen in keiner dieser Zahlen.

Dazu kommt, was gar nicht erst geprüft wird. Die Tabelle oben zeigt 18 Parameter, die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 — im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende: Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Für unsere Aktivkohle-Blockfilter sind die Prüfgutachten veröffentlicht: über 90 % Rückhalt bei Blei, 99 % bei Kupfer.

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Mit dem Trinkwasser hat all das nichts zu tun — und das ist der eigentliche Punkt. Das Wasser, das in Hildesheim aus dem Hahn kommt, stammt weder aus dem Untergrund unter der Stadt noch aus der Innerste. Es fällt als Regen im Harz, wird in der Granetalsperre und der Sösetalsperre gesammelt, im Wasserwerk Söse I aufbereitet und läuft von dort gut fünfzig Kilometer nach Norden. Oberflächenwasser aus einem Bergland aus Grauwacke und Tonschiefer, Gestein, das kaum Kalk abgibt — und das Talsperrenwasser sickert überhaupt nicht durch Gesteinsschichten, sondern steht im Stausee. Es hat also nie Gelegenheit, sich aufzuladen.

1,8 °dH — weicher ist in Deutschland kaum ein Leitungswasser

In unserem Datenbestand aus 240 Orten und 598 Versorgungszonen steht kein deutscher Ort niedriger. Zum Vergleich: Würzburg kommt auf 42,7 °dH, das Vierundzwanzigfache.

Hildesheim liegt nicht knapp im weichen Bereich, sondern an dessen unterem Rand. In Zahlen sieht das so aus: 9,8 mg/l Calcium, 2,1 mg/l Magnesium. Die elektrische Leitfähigkeit, ein Sammelmaß für alles im Wasser gelöste Salz, beträgt 100 µS/cm — in Würzburg sind es 1.413.

Einordnung im Bestand

Von 238 Orten mit veröffentlichter Härtezahl liegt Hildesheim auf Rang 238 — weicher als 100 % der erfassten Orte. Der Median liegt bei 13,9 °dH.

1,8 °dH Median 13,9 45 °dH

Hildesheim · 1,8 °dH

Der pH-Wert von 9,12 ist der auffälligste Wert der Analyse

Auffällig ist in Hildesheim kein Schadstoff, sondern der pH-Wert: 9,12. Die meisten deutschen Wasserwerke bewegen sich zwischen 7 und 8.

Der Grund ist derselbe wie bei der Härte. Talsperrenwasser ist arm an Calcium und arm an Hydrogencarbonat, und Wasser ohne Härte und ohne Säurepuffer greift Metall und Beton an. Wasserwerke, die Oberflächenwasser aufbereiten, entsäuern es deshalb und härten es leicht auf, bevor sie es ins Netz geben. Der hohe pH-Wert ist das sichtbare Ergebnis dieser Behandlung. Er schützt die Rohre, durch die das Wasser läuft — auch die in Ihrem Haus.

Und der Wert gilt am Ausgang des Wasserwerks: Auf dem Weg durch das Netz und nach einer Standzeit in der Hausleitung nimmt Wasser Kohlendioxid auf, der pH-Wert am Küchenhahn liegt in der Regel etwas niedriger.

Nitrat ist mit 15 % des Grenzwerts der höchste Wert

Nitrat: 7,6 mg/l, erlaubt sind 50. Für die Summe der zwanzig untersuchten PFAS nennt die EVI 0,005 µg/l; der seit Anfang 2026 geltende Grenzwert liegt bei 0,1 µg/l.

Interessant ist daran das Nitrat, und zwar wegen der Lage. Hildesheim liegt in der Hildesheimer Börde, einer der fruchtbarsten und am intensivsten bewirtschafteten Ackerlandschaften Deutschlands, und Niedersachsen ist eines der Bundesländer, in denen Nitrat im Grundwasser seit Jahren ein Thema ist. Ein Wasserwerk, das hier Brunnen betriebe, hätte mit ziemlicher Sicherheit einen anderen Wert in der Tabelle stehen. 7,6 mg/l stehen dort, weil das Wasser nicht von hier kommt: Es sammelt sich in bewaldeten Einzugsgebieten im Harz, in denen keine Äcker liegen.

Was dabei offenbleibt: Die veröffentlichte Analyse umfasst 18 Parameter. Was nicht untersucht wird, steht auch nicht in der Tabelle.

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Wer das Hildesheimer Wasser liefert

Versorger ist die EVI Energieversorgung Hildesheim GmbH & Co. KG, das Wasser selbst liefert die Harzwasserwerke GmbH aus den beiden Talsperren. Diese Arbeitsteilung ist typisch für die Region: Auch Hannover und Peine beziehen Talsperrenwasser aus dem Harz, das Fernwassersystem reicht weit über Hildesheim hinaus. Wie Trinkwasser in Deutschland sonst gewonnen wird, ist an anderer Stelle ausführlicher beschrieben.

Versorgt werden die Stadt Hildesheim sowie die Ortschaften Einum, Achtum, Uppen, Bavenstedt, Sorsum, Neuhof und Marienrode. Es gibt nur eine Versorgungszone, die genannten Werte gelten also für alle Stadtteile gleichermaßen — anders als in Städten, die aus mehreren Wasserwerken gespeist werden und in denen sich die Härte von Viertel zu Viertel unterscheidet.

Dokumentiert ist ein Vorfall: 2017 wurde im Netz eine erhöhte Keimzahl festgestellt, das Wasser sollte vorübergehend abgekocht werden, der Befund war rasch behoben. Was ein Abkochgebot praktisch bedeutet, erklären wir gesondert. Ob aktuell eine Meldung besteht, steht immer beim Versorger und beim Gesundheitsamt, nicht auf dieser Seite; wir aktualisieren die Messwerte jährlich.

Ihr Wasserversorger

EVI Energieversorgung Hildesheim GmbH & Co. KG

Was 1,8 °dH im Haushalt bedeuten

Die Zuständigkeit der EVI endet am Hausanschluss. Alles danach — Steigleitungen, Stränge, die selten benutzt werden, Armaturen, Warmwasserspeicher — gehört dem Eigentümer oder Vermieter, und darüber sagt keine Analyse des Wasserwerks etwas aus. In Hildesheim hat dieser Teil ein besonderes Gewicht, weil weiches Wasser auf der Rohrwand keine Kalkschicht bildet, die als Trennung zwischen Wasser und Metall wirkt. Deshalb wird es im Wasserwerk ja entsäuert. Was danach passiert, hängt vom Material der Hausinstallation ab.

  • Bei Verdacht auf Bleileitungen eine Probe am eigenen Hahn untersuchen lassen. Im norddeutschen Raum waren Bleileitungen in Altbauten bis in die 1970er Jahre verbreiteter als im Süden. In Hildesheim ist der Bestand nach der Zerstörung von 1945 in weiten Teilen jünger, in erhaltenen Vorkriegshäusern am Stadtrand ist die Frage aber berechtigt.

Was den Geschmack in Hildesheim prägt, ist weniger das, was im Wasser steckt, als das, was fehlt. Wer trotzdem etwas wahrnimmt, das stört, findet die Ursache selten in der Talsperre und meistens dazwischen — im Netz, im Hausanschluss, in einem verkalkten Perlator, in langen Standzeiten. Das lohnt sich zuerst zu prüfen, bevor man am Geschmack des Leitungswassers etwas ändert.

Filterleistung

Was unsere Wasserfilter zurückhalten

Gesinterte Aktivkohle-Blöcke halten unter anderem zurück:

  • Chlor & Chlorverbindungen
  • Schwermetalle
  • Mikroplastik
  • Pestizide
  • Arzneimittelrückstände
  • Hormone & PFAS
  • Bakterien & Keime
  • Parasiten
  • Asbestfasern
  • Sand, Rost & Sedimente
  • Organische Verbindungen
  • Trübungen & Verfärbungen

Welcher Stoff wie weit zurückgehalten wird

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Hildesheim bedenkenlos trinken?

Ja. Die Analyse des Wasserwerks Söse I hält alle Grenz- und Indikatorwerte der Trinkwasserverordnung ein, und kein einziger Wert erreicht auch nur die Hälfte seines Grenzwerts.

Der übliche Vorbehalt gilt in Hildesheim wie überall: Die Verantwortung der EVI endet am Hausanschluss, danach ist der Eigentümer zuständig. Lassen Sie Wasser, das lange in der Leitung stand, kurz ablaufen, bevor Sie es trinken oder zum Kochen nehmen.

Wie hart ist das Wasser in Hildesheim?

1,8 °dH — Härtebereich weich. Das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz zieht die Grenze zum mittleren Bereich bei 8,4 °dH, Hildesheim liegt also weit darunter.

Für die Praxis heißt das: niedrigste Dosierstufe bei Waschmittel und Spülmaschinentabs, kein Enthärtersalz, keine Entkalkungsprogramme. Wenn ein Gerät eine Härteeinstellung verlangt, ist die kleinste die richtige.

Woher kommt das Trinkwasser in Hildesheim?

Aus dem Harz. Die Harzwasserwerke GmbH gewinnen Oberflächenwasser aus der Granetalsperre und der Sösetalsperre und bereiten es im Wasserwerk Söse I auf; die EVI verteilt es im Stadtgebiet.

Grundwasser aus Hildesheimer Brunnen spielt für die Versorgung keine Rolle. Das Wasser legt rund fünfzig Kilometer zurück, bevor es die Stadt erreicht — es ist im Harz gefallen, nicht in der Börde.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Hildesheim trinken?

Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist das Hildesheimer Leitungswasser geeignet. Nitrat liegt bei 7,6 mg/l gegenüber einem Grenzwert von 50 mg/l, Natrium bei 5,0 mg/l, Fluorid bei 0,04 mg/l.

Zwei Punkte betreffen nicht das Wasserwerk, sondern Ihre Wohnung: Lassen Sie das Wasser vor der Entnahme ablaufen, bis es gleichmäßig kalt kommt, und verwenden Sie kein Wasser aus der Warmwasserleitung. Bei Verdacht auf Bleileitungen im Haus lohnt eine Probe am eigenen Hahn.

Ist weiches Wasser besser als hartes?

Nein, es ist anders. Weich heißt: wenig Calcium und Magnesium. Für Geräte und Textilien ist das ein Vorteil, für die Mineralstoffversorgung ein Nachteil — ein Liter Hildesheimer Leitungswasser deckt rund ein Prozent des Calcium-Tagesbedarfs eines Erwachsenen.

Härte ist ein technischer Parameter, kein Qualitätsmaß. Die Trinkwasserverordnung nennt für Calcium und Magnesium weder Grenz- noch Mindestwert. Beide Extreme sind zulässig, sie machen nur unterschiedliche Arbeit im Haushalt.

Warum schmeckt Kaffee mit Hildesheimer Wasser anders?

Weil weiches Wasser stärker extrahiert. Calcium und Magnesium puffern die Säuren im Kaffee ab; fehlen sie weitgehend, treten Säure und Fruchtnoten deutlicher hervor. Manche Espressomischungen wirken damit spitz oder sauer, helle Filterröstungen dagegen klarer.

Beim Tee ist der Effekt sichtbar: Kein trüber Film auf der Oberfläche, kräftigere Farbe. Wer den Kaffee runder mag, kann die Brühtemperatur senken oder etwas gröber mahlen — am Wasser selbst ändert sich nichts.

Ist im Hildesheimer Leitungswasser Chlor?

Die veröffentlichte Analyse des Wasserwerks Söse I weist keinen Chlorwert aus; sie umfasst 18 Parameter. Eine dauerhafte Chlorung ist in Deutschland nicht üblich, sie wird eingesetzt, wenn ein mikrobiologischer Befund es nötig macht.

Wenn Sie einen Chlorgeruch bemerken, fragen Sie bei der EVI nach, ob im Netz gerade desinfiziert wird. Riecht nur ein einzelner Hahn auffällig, liegt die Ursache eher in der Hausinstallation als im Netz.