Trinkwasser in Düren: Wasserhärte und Messwerte

Wasserhärte in Düren

4,19,2 °dH

weich · mittel · 2 Versorgungszonen

Der Wert hängt davon ab, welche Zone Ihre Adresse versorgt — die Zonen stehen unten in der Tabelle.

Das Trinkwasser in Düren hält alle Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein. Die Wasserhärte in Düren liegt je nach Versorgungszone bei 4,1 oder 9,2 Grad deutscher Härte. Der Wasserbehälter Hemgenberg liefert Wasser im Härtebereich weich, der Wasserbehälter Kirmesplatz Wasser im Bereich mittel.

Kein gemessener Wert erreicht die Hälfte seines Grenz- oder Indikatorwerts. Der Unterschied zwischen den beiden Zonen entsteht aus dem Mischungsverhältnis von weichem Talsperrenwasser aus der Eifel und Grundwasser aus dem Rurtal.

Was Sie mit dieser Zahl tun

Spülmaschine

9,2°dH

Am Wasserenthärter einstellen. In mmol/l: 1,6. Gilt für die härteste Zone.

Waschmittel

weichje nach Zone

Auf der Packung die Dosierung für „weich“ nehmen — in einzelnen Zonen eine andere.

Kalk

kaum

Kaum Ablagerungen in Geräten und an Armaturen — was die Härte im Haushalt ausmacht.

Babynahrung

eigene Regeln

Dafür zählt die Härte nicht — worauf es ankommt.

Die Versorgungszonen

Wasserbehälter Hemgenberg (WBH), Ablauf
4,1
°dH · weich
Wasserbehälter Kirmesplatz (WBK), Ablauf
9,2
°dH · mittel
vorrangig Düren und Merzenich

Die Werte auf einen Blick

13

Werte unter ihrem Grenz- bzw. Indikatorwert

0

Werte liegen darüber

1

Parameter ohne veröffentlichten Wert

Alle veröffentlichten Werte

2 Versorgungszonen

Trinkwasserwerte Düren nach Versorgungszone, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Quelle: Stadtwerke Düren GmbH (Netz- und Wasserbetrieb Leitungspartner GmbH).

ParameterWasserbehälter Hemgenberg (WBH), AblaufWasserbehälter Kirmesplatz (WBK), Ablauf Grenz- bzw.
Indikatorwert
Einordnung
Gesamthärte°dH4,19,2Mineralstoff
Calciummg/l22,150,1Mineralstoff
Magnesiummg/l4,29,7Mineralstoff
Kaliummg/l1,92,6Mineralstoff
Natriummg/l14,828,4200 14 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Nitratmg/l7,61950 38 % des Grenzwerts
Nitritmg/l<0,005<0,0050,5 unter Bestimmungsgrenze
Sulfatmg/l1341250 16 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Chloridmg/l4045250 18 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Fluoridmg/l0,060,091,5 6 % des Grenzwerts
pH-Wert7,987,816,5–9,5 im Bereich
LeitfähigkeitµS/cm2595122790 18 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Bleiµg/l<3<310 unter Bestimmungsgrenze
Kupfermg/l<0,005<0,0052 unter Bestimmungsgrenze
Nickelµg/l<2<220 unter Bestimmungsgrenze
Uranµg/l<0,10,710 7 % des Grenzwerts
Arsenµg/l<3<310 unter Bestimmungsgrenze
Summe PFAS-20µg/l0,0080,1 8 % des Grenzwerts

Werte unverändert übernommen aus der Veröffentlichung des Versorgers nach § 46 TrinkwV. Wasserbehälter Hemgenberg (WBH), Ablauf, Prüfbericht P260787-1, Probenahme 25.03.2026 · Wasserbehälter Kirmesplatz (WBK), Ablauf, Prüfbericht P260786-1, Probenahme 25.03.2026

Grenzwerte nach Trinkwasserverordnung, Anlage 2 und 3. Prozentangaben beziehen sich auf den höchsten Zonenwert. Werte unter der Bestimmungsgrenze stehen so, wie der Versorger sie veröffentlicht — sie werden nicht in Prozent umgerechnet. Wie diese Tabelle zu lesen ist

Beim Wasserbehälter Kirmesplatz fehlt ein Wert für die Pestizidsumme, ebenso für die Vierer-PFAS-Summe; Hydrogencarbonat steht in keinem der beiden Berichte — deshalb bleiben diese Felder leer.

2 Zonen, eine Grenze: Alle Werte enden am Hausanschluss

Welche Zone Ihre Adresse versorgt, entscheidet über die Zahlen in der Tabelle. Über das, was danach passiert, entscheidet sie nicht: Was auf den letzten Metern durch Ihre eigenen Leitungen dazukommt — Blei, Kupfer, Nickel aus Rohren und Armaturen — steht in keiner dieser Zahlen, in keiner der 2 Zonen.

Dazu kommt, was gar nicht erst geprüft wird. Die Tabelle oben zeigt 18 Parameter, die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 — im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende: Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Genau dort, wo die Zuständigkeit des Versorgers endet und Ihre eigene Hausinstallation anfängt: hinter dem letzten Meter, den keine Analyse dieser Seite abdeckt.

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Düren liegt im Rurtal, dort wo die Eifel aufhört und die Jülicher Börde anfängt. Diese Kante zwischen Mittelgebirge und Börde ist der Grund für fast alles, was hier über Wasser zu sagen ist — auch dafür, dass Düren jahrhundertelang eine Papierstadt war.

Chemisch ist das übertrieben. Gemeint ist etwas Konkretes: Das Wasser aus der Eifel ist kalkarm, und kalkarmes Wasser braucht, wer Papier bleicht und leimt.

Der Untergrund, aus dem dieses Wasser kommt, besteht aus devonischem Schiefer und Grauwacke. Diese Gesteine geben kaum Calcium ab. Wenige Kilometer weiter nordöstlich, unter den Kiesen und Sanden des Rurtals, sieht die Sache anders aus: Dort sickert Niederschlag durch Boden und Ackerland, löst Kalk und nimmt mit, was oben aufgebracht wird. Düren trinkt heute beides. Und weil es beides trinkt, hat die Stadt zwei Wässer statt einem.

Weil zwei verschiedene Wässer im Netz sind, die an unterschiedlichen Stellen unterschiedlich stark gemischt werden. Das ist mehr als das Doppelte.

Welcher Stadtteil welches Wasser bekommt

Der Bericht zum Kirmesplatz nennt als Versorgungsgebiet „vorrangig Düren und Merzenich". Der Bericht zum Hemgenberg nennt gar kein Gebiet; die Probenahmestelle liegt in Kreuzau-Bilstein, also außerhalb der Stadt.

Getrennt davon veröffentlichen die Stadtwerke eine Mitteilung nach § 8 des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes, die jedem Ortsteil eine Herkunft zuordnet. Nach diesem Stand von Juni 2024 liegen die südlichen, zur Eifel hin gelegenen Ortsteile wie Berzbuir, Birgel und Kufferath im weichen Bereich, während Düren-Zentrum, Birkesdorf, Merken, Rölsdorf und Merzenich im Bereich mittel geführt werden. Einzelne Ortsteile stehen dort ausdrücklich als Mischung aus beiden Behältern.

Diese Liste ist zwei Jahre älter als die Prüfberichte und rechnet in mmol/l statt in °dH.

Dass die Zuordnung überhaupt beweglich ist, hat der Versorger im Frühjahr 2026 selbst vorgeführt. Wegen der Sanierung einer Haupttransportleitung stellte er ab Ende April die Verteilung am Annakirmesplatz um und senkte die Härte in zehn Ortsteilen von rund 9,5 auf etwa 5,1 °dH — angekündigt bis Mitte Juli 2026. Die Werte auf dieser Seite stammen vom 25. März 2026 und damit aus der Zeit davor.

Einordnung im Bestand

Von 238 Orten mit veröffentlichter Härtezahl liegt Düren auf Rang 191 — weicher als 81 % der erfassten Orte. Der Median liegt bei 13,9 °dH.

1,8 °dH Median 13,9 45 °dH

Düren · 9,2 °dH

Nitrat ist mit 38 % des Grenzwerts der höchste Wert

Das ist der zweite Befund, und er gilt für beide Zonen ohne Ausnahme. Der höchste relative Wert ist Nitrat am Kirmesplatz: 19 mg/l bei einem Grenzwert von 50, also knapp 38 Prozent.

Interessant ist daran nicht die Höhe, sondern die Richtung. Nitrat steht am Hemgenberg bei 7,6 mg/l und am Kirmesplatz bei 19 — zweieinhalbmal so viel. Die Summe PFAS-20 ist am Kirmesplatz mit 0,008 µg/l messbar, bei einem Grenzwert von 0,1; im Hemgenberg-Bericht steht dafür nur „nicht nachweisbar", ohne Zahl. Nitrat und PFAS kommen nicht aus dem Gestein, sondern von der Oberfläche. Sie zeigen also genau dasselbe wie die Härte, nur an einem anderen Stoff: wie viel von diesem Wasser durch bewirtschafteten Boden gelaufen ist.

Woher das Dürener Trinkwasser kommt

Zum größeren Teil aus einer Talsperre in der Nordeifel. Die Wehebachtalsperre zwischen Hürtgenwald und Stolberg ging 1983 in Betrieb, wird vom Wasserverband Eifel-Rur betrieben und dient neben dem Hochwasserschutz der Trinkwassergewinnung. Ihr Damm ist aus genau dem Gestein aufgeschüttet, das die Härte des Wassers erklärt: Schiefer und Grauwacke. Unterhalb der Sperrmauer bereitet die WAG Nordeifel das Rohwasser in zwei Filterstufen auf und desinfiziert es mit Chlordioxid; das Reinwasser gibt sie mit 3 bis 5 °dH ab. Seit März 2013 bezieht Düren von dort den Hauptteil seines Trinkwassers.

Im Hintergrund läuft eine zweite Wasserwirtschaft: Für den Tagebau Hambach direkt östlich von Merzenich hebt RWE seit Jahrzehnten Grundwasser, die Bezirksregierung Arnsberg hat diese Sümpfung bis 2030 genehmigt.

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Was 4,1 bis 9,2 °dH im Haushalt bedeuten

Die Zuständigkeit des Versorgers endet am Hausanschluss. Alles, was danach kommt — Leitungen, Armaturen, Speicher, Standzeiten —, liegt beim Eigentümer, und darüber sagt eine Probe am Behälterablauf nichts. Beim Blei sieht man das gut: Beide Berichte weisen „<3 µg/l" aus, das ist die Bestimmungsgrenze des Labors und kein Messwert. Blei im Trinkwasser stammt fast immer aus alten Bleileitungen im Haus, nicht aus dem Netz davor.

  • Wasser ablaufen lassen, wenn es länger in der Leitung stand, bis es gleichmäßig kalt nachläuft.
  • Kein Warmwasser zum Trinken, Kochen oder für Säuglingsnahrung verwenden.
  • Bei Verdacht auf Bleileitungen in Altbauten eine Probe am eigenen Hahn untersuchen lassen — dafür ist eine eigene Analyse tatsächlich das richtige Mittel.

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Gesinterte Aktivkohle-Blöcke halten unter anderem zurück:

  • Chlor & Chlorver­bindungen
  • Schwer­metalle
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  • Pestizide
  • Arzneimittel­rückstände
  • Hormone & PFAS
  • Bakterien & Keime
  • Parasiten
  • Asbest­fasern
  • Sand, Rost & Sedi­mente
  • Organische Ver­bindungen
  • Trübungen & Ver­färbungen

Welcher Stoff wie weit zurückgehalten wird

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Düren bedenkenlos trinken?

Ja. Beide Versorgungszonen halten sämtliche Grenz- und Indikatorwerte der Trinkwasserverordnung ein, und kein gemessener Wert erreicht die Hälfte seines jeweiligen Werts. Der höchste ist Nitrat mit 19 mg/l am Wasserbehälter Kirmesplatz, bei einem Grenzwert von 50 mg/l.

Der übliche Vorbehalt betrifft nicht das Wasserwerk, sondern das Haus: Die Verantwortung des Versorgers endet am Hausanschluss. Lassen Sie Wasser, das lange in der Leitung stand, kurz ablaufen.

Wie hart ist das Wasser in Düren?

Je nach Versorgungszone 4,1 oder 9,2 Grad deutscher Härte. Der Wasserbehälter Hemgenberg lag am 25. März 2026 bei 4,1 °dH und damit im Härtebereich weich, der Wasserbehälter Kirmesplatz am selben Tag bei 9,2 °dH im Bereich mittel.

Das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz kennt drei Bereiche: weich unter 8,4 °dH, mittel von 8,4 bis 14,0, hart darüber. Düren belegt zwei dieser drei Bereiche gleichzeitig, und zwar innerhalb einer Stadt.

Ist das Wasser in allen Dürener Stadtteilen gleich?

Nein. Der Wasserbehälter Hemgenberg liefert mit 4,1 °dH weiches Wasser, der Wasserbehälter Kirmesplatz mit 9,2 °dH mittelhartes, und der Unterschied setzt sich bei Calcium, Sulfat, Natrium und Nitrat fort: Die Werte am Kirmesplatz sind ungefähr doppelt so hoch wie am Hemgenberg.

Welcher Behälter eine bestimmte Adresse versorgt, steht in den Prüfberichten nicht. Die Stadtwerke veröffentlichen dafür eine eigene Härteliste nach § 8 Wasch- und Reinigungsmittelgesetz, die jedem Ortsteil eine Herkunft und einen Härtebereich zuordnet.

Woher kommt das Trinkwasser in Düren?

Überwiegend aus der Wehebachtalsperre in der Nordeifel, seit März 2013. Das Rohwasser wird unterhalb der Sperrmauer von der WAG Nordeifel aufbereitet und mit 3 bis 5 °dH an das Netz abgegeben.

Der übrige Teil ist Grundwasser aus dem Rurtal: die Brunnenanlage an der Dr.-Overhues-Allee und das Wasserwerk Ellen, dazu Lieferungen aus Langerwehe, aus Kreuzau und aus Derichsweiler. Das Wasserwerk Obermaubach steht als Reserve bereit und beherbergt das Labor der Stadtwerke.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Dürener Leitungswasser trinken?

Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist Leitungswasser geeignet, solange es die Trinkwasserverordnung erfüllt — das ist in Düren der Fall. Nitrat liegt bei 7,6 mg/l am Hemgenberg und 19 mg/l am Kirmesplatz, der Grenzwert beträgt 50 mg/l.

Zwei Punkte betreffen die Wohnung, nicht das Wasserwerk: Wasser vor der Entnahme ablaufen lassen, bis es gleichmäßig kalt kommt, und kein Wasser aus der Warmwasserleitung nehmen. Bei Verdacht auf Bleileitungen im Haus lohnt eine eigene Probe am Hahn.

Wird das Dürener Trinkwasser gechlort?

Das Wasser aus der Wehebachtalsperre wird bei der Aufbereitung mit Chlordioxid desinfiziert; das dokumentiert die WAG Nordeifel für ihre Anlage unterhalb der Sperrmauer. Bei aufbereitetem Oberflächenwasser ist eine Desinfektion der Regelfall, nicht die Ausnahme.

Wahrnehmbar ist davon nach einem langen Weg im Netz meist nichts mehr. Wer es doch bemerkt, füllt eine Karaffe und lässt sie eine halbe Stunde offen stehen. Ein Aktivkohlefilter bindet Chlorverbindungen ebenfalls.

Wer ist zuständig, wenn das Wasser braun kommt oder ausbleibt?

Die Leitungspartner GmbH als Netzbetreiber, erreichbar über die Störungsnummer der Stadtwerke Düren: 0800 4865-111. Braunes Wasser entsteht meist, wenn Ablagerungen im Rohrnetz aufgewirbelt werden, etwa nach einem Rohrbruch, einer Netzspülung oder der Entnahme an einem Hydranten.

Tritt es nur an einer einzigen Zapfstelle auf, liegt die Ursache eher in der Hausinstallation, zum Beispiel an einem alten verzinkten Rohr. Dafür ist der Eigentümer zuständig, nicht der Versorger.