Wasserqualität in Aachen

Wasserhärte in Aachen

3,710,3 °dH

weich · mittel · 2 Versorgungszonen

Der Wert hängt davon ab, welche Zone Ihre Adresse versorgt — die Zonen stehen unten in der Tabelle.

Das Trinkwasser in Aachen hält die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein. Die Wasserhärte liegt je nach Aufbereitungsanlage zwischen 3,7 und 10,3 °dH: Roetgen liefert mit 3,7 °dH weiches Wasser, Binsfeldhammer mit 10,3 °dH mittelhartes Wasser. Grundlage sind die Jahresmittelwerte 2025 der STAWAG.

Die 3,7 °dH aus Roetgen gehören zu den weichsten Werten in unserem Datenbestand — Talsperrenwasser aus der Eifel nimmt über dem Devongestein kaum Härtebildner auf. Mit den bekannten Aachener Thermalquellen hat das Leitungswasser nichts zu tun: Das Schwefelwasser am Elisenbrunnen ist Heilwasser, kein Trinkwasser aus dem Netz.

Was Sie mit dieser Zahl tun

Spülmaschine

10,3°dH

Am Wasserenthärter einstellen. In mmol/l: 1,8. Gilt für die härteste Zone.

Waschmittel

weichje nach Zone

Auf der Packung die Dosierung für „weich“ nehmen — in einzelnen Zonen eine andere.

Kalk

kaum

Kaum Ablagerungen in Geräten und an Armaturen — was die Härte im Haushalt ausmacht.

Babynahrung

eigene Regeln

Dafür zählt die Härte nicht — worauf es ankommt.

Die Versorgungszonen

Aufbereitungsanlage Roetgen
3,7
°dH · weich
Talsperrenwasser aus der Nordeifel, aufbereitet in Roetgen
Aufbereitungsanlage Binsfeldhammer
10,3
°dH · mittel
zweite Aufbereitungsanlage der Aachener Versorgung, deutlich höher mineralisiertes Wasser

Die Werte auf einen Blick

11

Werte unter ihrem Grenz- bzw. Indikatorwert

0

Werte liegen darüber

3

Parameter ohne veröffentlichten Wert

Alle veröffentlichten Werte

2 Versorgungszonen

Trinkwasserwerte Aachen nach Versorgungszone, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Quelle: STAWAG – Stadt- und Städteregionswerke Aachen AG.

ParameterAufbereitungsanlage RoetgenAufbereitungsanlage Binsfeldhammer Grenz- bzw.
Indikatorwert
Einordnung
Gesamthärte°dH3,710,3Mineralstoff
Calciummg/l2135Mineralstoff
Magnesiummg/l3,123Mineralstoff
Kaliummg/l1,41,7Mineralstoff
Natriummg/l1361200 31 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Nitratmg/l<7<750 unter Bestimmungsgrenze
Sulfatmg/l2472250 29 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Chloridmg/l1718,2250 7 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
pH-Wert8,957,936,5–9,5 im Bereich
LeitfähigkeitµS/cm2025932790 21 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Bleiµg/l<0,20,310 3 % des Grenzwerts
Kupfermg/l<0,005<0,0052 unter Bestimmungsgrenze
Nickelµg/l<5<520 unter Bestimmungsgrenze
Uranµg/l<0,2<0,210 unter Bestimmungsgrenze
Arsenµg/l<0,5<0,510 unter Bestimmungsgrenze
Summe PFAS-20µg/l0,003n.n.0,1 3 % des Grenzwerts

Werte unverändert übernommen aus der Veröffentlichung des Versorgers nach § 46 TrinkwV. Aufbereitungsanlage Roetgen, Jahresmittel 2025 · Aufbereitungsanlage Binsfeldhammer, Jahresmittel 2025

Grenzwerte nach Trinkwasserverordnung, Anlage 2 und 3. Prozentangaben beziehen sich auf den höchsten Zonenwert. Werte unter der Bestimmungsgrenze stehen so, wie der Versorger sie veröffentlicht — sie werden nicht in Prozent umgerechnet.

Eine Summe für alle Pestizide fehlt in der Tabelle: Die Berichte messen nur Einzelstoffe, keine Gesamtsumme.

Metalle und PFAS stehen hier in µg/l; in den Originalberichten waren es noch mg/l.

2 Zonen, eine Grenze: Alle Werte enden am Hausanschluss

Welche Zone Ihre Adresse versorgt, entscheidet über die Zahlen in der Tabelle. Über das, was danach passiert, entscheidet sie nicht: Was auf den letzten Metern durch Ihre eigenen Leitungen dazukommt — Blei, Kupfer, Nickel aus Rohren und Armaturen — steht in keiner dieser Zahlen, in keiner der 2 Zonen.

Dazu kommt, was gar nicht erst geprüft wird. Die Tabelle oben zeigt 16 Parameter, die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 — im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende: Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Für unsere Aktivkohle-Blockfilter sind die Prüfgutachten veröffentlicht: über 90 % Rückhalt bei Blei, 99 % bei Kupfer.

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Für das Wasser aus dem Hahn spielt all das keine Rolle. Der größere Teil des Aachener Trinkwassers stammt nicht aus der Tiefe unter der Stadt, sondern aus Talsperren der Nordeifel — aus der Kalltalsperre, der Dreilägerbachtalsperre und dem Obersee der Rurtalsperre. Dieses Wasser fällt als Regen auf die Hochflächen des Hohen Venn und sammelt sich über Gestein aus dem Devon, das kaum durchlässig ist und fast nichts abgibt. Wo Wasser nicht durch Kalk sickert, sondern über Schiefer und Sandstein abfließt, nimmt es keine Härtebildner auf. Genau das ist in Roetgen zu messen.

Warum das Aachener Leitungswasser so weich ist

Das ist fast das Dreifache, und es sind zwei verschiedene Wässer in einer Stadt.

Erklären lässt er sich mit der Herkunft. Ein Fünftel des Aachener Wassers stammt aus Grundwasserwerken im Stadtgebiet, wo es aus Kalksteinschichten gewonnen wird — in den Wasserwerken Schmithof, Brandenburg und Eicher Stollen — sowie aus den Feinsandschichten bei Verlautenheide, die zum Wasserwerk Reichswald gehören. Kalkstein gibt genau das ab, was der Devonuntergrund der Eifel zurückhält.

Auffällig ist auch der pH-Wert: 8,95 in Roetgen, 7,93 in Binsfeldhammer. Weiches Wasser ist schwach gepuffert und löst Metalle leichter als hartes. Deshalb wird solches Wasser in der Aufbereitung üblicherweise entsäuert, bevor es ins Netz geht — der höhere pH-Wert schützt die Leitungen. Die Trinkwasserverordnung lässt einen Bereich von 6,5 bis 9,5 zu; beide Werte liegen darin.

Einordnung im Bestand

Von 238 Orten mit veröffentlichter Härtezahl liegt Aachen auf Rang 184 — weicher als 78 % der erfassten Orte. Der Median liegt bei 13,9 °dH.

1,8 °dH Median 13,9 45 °dH

Aachen · 10,3 °dH

Die Thermalquellen sind nicht das Leitungswasser

Das heiße Schwefelwasser am Elisenbrunnen und das Wasser aus der Küchenleitung haben nichts miteinander zu tun. Das ist die häufigste Verwechslung, die Aachen betrifft, und sie ist verständlich: Eine Stadt, die für ihre Quellen berühmt ist, weckt Erwartungen an den Hahn.

Rechtlich sind es zwei getrennte Kategorien. Das Aachener Thermalwasser ist Heilwasser — es steigt aus großer Tiefe auf, ist entsprechend hoch mineralisiert und riecht nach Schwefelwasserstoff. Heilwasser fällt nicht unter die Trinkwasserverordnung, sondern wird nach eigenen Regeln zugelassen und bewertet. Wer am Trinkbrunnen im Elisenbrunnen probiert, trinkt kein Leitungswasser, sondern ein Wasser mit einem völlig anderen Mineralprofil.

Das Leitungswasser aus Roetgen ist in dieser Hinsicht der genaue Gegenpol: 202 µS/cm Leitfähigkeit sind sehr wenig gelöste Stoffe.

Der Analysenbericht für Roetgen führt 150 Parameter auf, der für Binsfeldhammer 135. Das ist viel: Die Trinkwasserverordnung schreibt rund 50 Stoffe vor.

Hinter dem Hausanschluss endet die Zuständigkeit

Die STAWAG haftet bis zum Hausanschluss. Was danach passiert, liegt beim Eigentümer oder Vermieter, und darüber sagt keine Analyse des Wasserwerks etwas aus. Alte oder beschädigte Leitungen, selten genutzte Stränge mit tagelanger Standzeit, Biofilme, gelöste Metalle aus Armaturen: All das entsteht hinter der Übergabestelle. Weil weiches Wasser Metalle etwas leichter löst als hartes, ist der Punkt in Altbauten mit alten Leitungen nicht weniger wichtig, sondern eher wichtiger.

Drei Dinge, die konkret helfen: Wasser, das länger in der Leitung stand, ablaufen lassen, bis es gleichmäßig kalt nachkommt. Kein Wasser aus der Warmwasserleitung zum Trinken oder Kochen nehmen — dort lösen sich Metalle leichter, und Warmwasser ist der Ort, an dem sich Legionellen vermehren. Und bei Verdacht auf Bleileitungen im Haus eine Probe am eigenen Hahn untersuchen lassen; für diesen einen Fall ist eine Analyse tatsächlich sinnvoll, weil die Versorgeranalyse dazu nichts sagen kann.

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Ihr Wasserversorger

STAWAG – Stadt- und Städteregionswerke Aachen AG

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Was unsere Wasserfilter zurückhalten

Gesinterte Aktivkohle-Blöcke halten unter anderem zurück:

  • Chlor & Chlorverbindungen
  • Schwermetalle
  • Mikroplastik
  • Pestizide
  • Arzneimittelrückstände
  • Hormone & PFAS
  • Bakterien & Keime
  • Parasiten
  • Asbestfasern
  • Sand, Rost & Sedimente
  • Organische Verbindungen
  • Trübungen & Verfärbungen

Welcher Stoff wie weit zurückgehalten wird

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Aachen bedenkenlos trinken?

Ja. Beide Aufbereitungsanlagen der STAWAG halten die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein, und der Bericht für Roetgen weist dafür 150 untersuchte Parameter aus, der für Binsfeldhammer 135.

Der übliche Vorbehalt gilt in Aachen wie überall: Die Verantwortung des Versorgers endet am Hausanschluss, danach ist der Eigentümer zuständig. Lassen Sie Wasser, das länger in der Leitung stand, kurz ablaufen, bis es gleichmäßig kalt nachkommt.

Wie hart ist das Wasser in Aachen?

Je nach Aufbereitungsanlage 3,7 oder 10,3 °dH. Die Anlage Roetgen liefert mit 3,7 °dH weiches Wasser, die Anlage Binsfeldhammer mit 10,3 °dH mittelhartes.

Die Grenzen setzt das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz: weich unter 8,4 °dH, mittel von 8,4 bis 14,0, hart darüber. Für die Waschmaschine heißt das in Aachen zwei verschiedene Dosierstufen — welche gilt, hängt an der Adresse. Die Zuordnung nennt die STAWAG.

Ist das Wasser in allen Aachener Stadtteilen gleich?

Nein, und der Unterschied ist deutlich. Zwischen 3,7 °dH aus Roetgen und 10,3 °dH aus Binsfeldhammer liegt fast der Faktor drei. Betroffen ist nicht nur der Kalk: Die Leitfähigkeit beträgt 202 gegenüber 593 µS/cm, der Natriumgehalt 13 gegenüber 61 mg/l, der Sulfatgehalt 24 gegenüber 72 mg/l.

Wer wissen will, welche Anlage seine Adresse versorgt, fragt am besten direkt bei der STAWAG nach — das entscheidet, welche Werte für den eigenen Haushalt gelten.

Woher kommt das Trinkwasser in Aachen?

Der größere Teil kommt aus Talsperren der Nordeifel. Die STAWAG-Tochter Wassergewinnungs- und -aufbereitungsgesellschaft Nordeifel mbH (WAG) fördert aus der Kalltalsperre, der Dreilägerbachtalsperre und dem Obersee der Rurtalsperre und bereitet das Wasser in den Anlagen Wehebachtalsperre und Roetgen auf.

Ein Fünftel stammt aus Grundwasserwerken im Stadtgebiet: aus Kalksteinschichten in Schmithof, Brandenburg und Eicher Stollen sowie aus Feinsandschichten bei Verlautenheide, die zum Wasserwerk Reichswald gehören. Geschützt wird die Gewinnung durch die Wasserschutzzonen I bis III und die Wasserschutzgebiete Schmithof und Reichswald.

Kommt das Aachener Leitungswasser aus den Thermalquellen?

Nein. Die mehr als 30 Thermalquellen im Stadtgebiet und das Leitungswasser sind zwei völlig getrennte Wässer. Das heiße Schwefelwasser am Elisenbrunnen steigt aus großer Tiefe auf, ist stark mineralisiert und gilt rechtlich als Heilwasser — es fällt nicht unter die Trinkwasserverordnung.

Das Leitungswasser ist das Gegenteil: Aus Roetgen kommt mit 202 µS/cm Leitfähigkeit ein ausgesprochen mineralarmes Wasser.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Aachen trinken?

Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist Leitungswasser geeignet, wenn es die Trinkwasserverordnung erfüllt — das ist in Aachen der Fall. Nitrat liegt in beiden Anlagen unter 7 mg/l bei einem Grenzwert von 50 mg/l, Natrium mit 13 beziehungsweise 61 mg/l deutlich unter 200 mg/l.

Zwei Punkte betreffen nicht das Wasserwerk, sondern die Wohnung: vor der Entnahme ablaufen lassen und kein Wasser aus der Warmwasserleitung verwenden. Bei Verdacht auf Bleileitungen im Haus lohnt eine Probe am eigenen Hahn.

Ist im Aachener Trinkwasser Chlor enthalten?

Nur, wenn ein konkreter Anlass besteht. In Deutschland wird Trinkwasser nicht routinemäßig gechlort, sondern nur bei mikrobiologischen Befunden oder nach Arbeiten am Netz — dann zeitlich befristet und innerhalb der zulässigen Werte.

Fällt ein Chlorgeruch auf, ist es in aller Regel eine solche vorübergehende Maßnahme. Ob im eigenen Gebiet gerade desinfiziert wird, steht bei der STAWAG, nicht auf dieser Seite: Wir aktualisieren Messwerte jährlich, tagesaktuelle Meldungen gehören zum Versorger.