Wasserqualität in Kaarst

Wasserhärte in Kaarst

12,43 °dH

mittel

Das Trinkwasser in Kaarst hat 12,43 °dH und liegt damit im Härtebereich mittel. Alle 70 untersuchten Parameter halten die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein. Kaarst wird aus einer einzigen Zone versorgt, dem Wasserwerk Büttgen-Driesch. Zuständig sind die Kreiswerke Grevenbroich, nicht die Stadtwerke Kaarst.

Der Wert liegt nur 1,57 Grad unter der Schwelle zum Härtebereich hart bei 14,0 °dH. Für Waschmittel gilt deshalb die mittlere Dosierstufe, für Wasserkocher und Kaffeemaschine sichtbarer Kalk.

Was Sie mit dieser Zahl tun

Spülmaschine

12,43°dH

Am Wasserenthärter einstellen. In mmol/l: 2,2.

Waschmittel

mittel

Auf der Packung die Dosierung für „mittel“ nehmen.

Babynahrung

eigene Regeln

Dafür zählt die Härte nicht — worauf es ankommt.

Die Versorgungszonen

Wasserwerk Büttgen-Driesch
12,43
°dH · mittel
einzige Versorgungszone, beliefert das gesamte Kaarster Stadtgebiet aus acht Förderbrunnen

Die Werte auf einen Blick

12

Werte unter ihrem Grenz- bzw. Indikatorwert

0

Werte liegen darüber

2

Parameter ohne veröffentlichten Wert

Alle veröffentlichten Werte

Trinkwasserwerte Kaarst nach Versorgungszone, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Quelle: Kreiswerke Grevenbroich GmbH.

ParameterWasserwerk Büttgen-Driesch Grenz- bzw.
Indikatorwert
Einordnung
Gesamthärte°dH12,43Mineralstoff
Calciummg/l60Mineralstoff
Magnesiummg/l18Mineralstoff
Kaliummg/l4,8Mineralstoff
Natriummg/l37,7200 19 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Nitratmg/l23,6550 47 % des Grenzwerts
Sulfatmg/l97250 39 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Chloridmg/l46,1250 18 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
pH-Wert7,746,5–9,5 im Bereich
LeitfähigkeitµS/cm6332790 23 % des Indikator-werts Indikatorparameter, kein Gesundheitswert
Bleiµg/l<210 unter Bestimmungsgrenze
Kupfermg/l0,0022 0 % des Grenzwerts
Nickelµg/l220 10 % des Grenzwerts
Uranµg/l4,010 40 % des Grenzwerts
Arsenµg/l<110 unter Bestimmungsgrenze
Summe PFAS-20µg/l0,0020,1 2 % des Grenzwerts
Pestizide gesamtµg/ln.n.0,5 unter Bestimmungsgrenze

Werte unverändert übernommen aus der Veröffentlichung des Versorgers nach § 46 TrinkwV. Wasserwerk Büttgen-Driesch, 2025

Grenzwerte nach Trinkwasserverordnung, Anlage 2 und 3. Prozentangaben beziehen sich auf den höchsten Zonenwert. Werte unter der Bestimmungsgrenze stehen so, wie der Versorger sie veröffentlicht — sie werden nicht in Prozent umgerechnet.

Die Kreiswerke Grevenbroich weisen die Untersuchung für 2025 aus, ein Datum der Probenahme nennen sie nicht.

Für die vier besonders beachteten PFAS steht im Bericht wörtlich die Zahl 0. Das heißt: keine der vier Substanzen lag über der Bestimmungsgrenze, nicht dass gemessen null gefunden wurde. Wir schreiben dafür „n.n." (nicht nachweisbar) – für die Summe der Pestizide ebenso.

Die Werte sind in Ordnung — sie beschreiben nur nicht Ihr Glas

Sie gelten für das Wasser, das die Kreiswerke bis zum Hausanschluss liefert. Was auf den letzten Metern durch Ihre eigenen Leitungen dazukommt — Blei, Kupfer, Nickel aus Rohren und Armaturen — steht in keiner dieser Zahlen.

Dazu kommt, was gar nicht erst geprüft wird. Die Tabelle oben zeigt 17 Parameter, die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 — im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende: Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Für unsere Aktivkohle-Blockfilter sind die Prüfgutachten veröffentlicht: über 90 % Rückhalt bei Blei, 99 % bei Kupfer.

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Dass das Leitungswasser hier mittelhart ist und nicht hart, hängt mit demselben Untergrund zusammen, aus dem die Kiesgruben stammen. Kaarst liegt am Rand der Niederrheinischen Bucht, einem Becken aus Sanden, Kiesen und Tonen, die der Rhein und seine Vorläufer über Jahrmillionen abgelagert haben. Kalkstein, an dem sich Sickerwasser mit Calcium vollsaugen könnte, gibt es hier nicht — anders als in den Muschelkalkgebieten Süddeutschlands, wo Werte über 20 °dH normal sind. Wenige Kilometer westlich beginnt das Rheinische Braunkohlerevier, wo für die Tagebaue seit Jahrzehnten Grundwasser abgesenkt wird. Diese Sümpfung bestimmt den Grundwasserhaushalt der gesamten Region. Was sie für einzelne Brunnen bedeutet, lässt sich aus einer Trinkwasseranalyse nicht ablesen — die Werte, die wir hier zeigen, beschreiben das Wasser am Ausgang des Wasserwerks, nicht die Vorgänge im Untergrund.

Warum die Kreiswerke Grevenbroich und nicht die Stadtwerke Kaarst

Das Kaarster Trinkwasser kommt von den Kreiswerken Grevenbroich GmbH, obwohl Grevenbroich rund zwanzig Kilometer entfernt liegt und Kaarst eigene Stadtwerke hat. Für viele Kaarster ist das eine Überraschung, und sie sorgt regelmäßig dafür, dass Anfragen zur Wasserqualität an der falschen Stelle landen.

Die Erklärung liegt im Stadtgebiet selbst. Dort steht das Wasserwerk Büttgen-Driesch, 1959 erstmals in Betrieb genommen und im Jahr 2000 erweitert — es gehört aber nicht der Stadt, sondern den Kreiswerken.

Praktisch heißt das: Kaarst wird aus einer einzigen Versorgungszone beliefert, das Wasser ist in Büttgen, Holzbüttgen, Vorst und der Kernstadt dasselbe. Und wer eine Störung melden will oder eine Frage zum Anschluss hat, wendet sich an die Kreiswerke Grevenbroich, nicht an das Rathaus.

Einordnung im Bestand

Von 238 Orten mit veröffentlichter Härtezahl liegt Kaarst auf Rang 149 — weicher als 63 % der erfassten Orte. Der Median liegt bei 13,9 °dH.

1,8 °dH Median 13,9 45 °dH

Kaarst · 12,43 °dH

Nitrat, Uran und die Kooperation mit den Landwirten

Zwei Werte lohnen trotzdem einen zweiten Blick, weil sie von den gemessenen Stoffen am nächsten an ihre jeweilige Obergrenze heranreichen.

Nitrat: 23,65 mg/l bei einem Grenzwert von 50 mg/l. Nitrat ist der übliche Anzeiger für ausgebrachte Düngemittel, und Kaarst liegt in einer landwirtschaftlich intensiv genutzten Börde. Dass der Wert nicht höher liegt, ist kein Zufall: Die Kreiswerke Grevenbroich gingen bereits 1993 gemeinsam mit den Neusser Stadtwerken eine Kooperation mit den ansässigen Landwirten ein, damit in den Wasserschutzgebieten und ihren Einzugsgebieten grundwasserschonend gewirtschaftet wird. Solche Vereinbarungen wirken langsam, weil Sickerwasser Jahre bis Jahrzehnte bis zum Brunnen braucht — der heutige Messwert ist ein Nachhall der Bewirtschaftung von damals.

Uran: 4,0 µg/l bei einem Grenzwert von 10 µg/l. Uran ist ein natürlicher Bestandteil vieler Gesteine und wird durch Auswaschung ins Grundwasser eingetragen; mit Landwirtschaft oder Industrie hat der Wert in aller Regel nichts zu tun. Er ist geogen, also eine Eigenschaft des Untergrunds, und lässt sich vom Versorger nicht beeinflussen.

Was hinter Ihrem Hausanschluss passiert

Die Prüfpflicht der Kreiswerke endet an der Übergabestelle zum Grundstück. Danach ist der Eigentümer oder Vermieter dafür verantwortlich, was aus dem Hahn kommt — und genau dort entstehen die meisten Probleme, über die keine Analyse des Wasserwerks Auskunft geben kann: alte oder beschädigte Leitungen, nicht mehr genutzte „tote" Stränge, in denen Wasser tagelang steht, Biofilme, aus Armaturen gelöste Metalle, ein verkalkter Perlator.

Drei Handgriffe decken den größten Teil davon ab:

  • Ablaufen lassen, wenn das Wasser länger in der Leitung stand — morgens, nach dem Urlaub, in wenig genutzten Bädern. Warten Sie, bis es gleichmäßig kalt nachläuft. Das kostet nichts und wirkt zuverlässiger als jede Maßnahme danach.
  • Kein Warmwasser zum Trinken oder Kochen. In warmem Wasser lösen sich Metalle leichter, und der Warmwasserbereich ist der Ort, an dem sich Legionellen vermehren. Nudelwasser aus dem Heißwasserhahn spart Energie an der falschen Stelle.
  • Bei Verdacht auf Bleileitungen — in Häusern, die vor 1973 gebaut wurden, nicht ausgeschlossen — eine Probe am eigenen Hahn untersuchen lassen. Für diesen einen Fall ist eine Analyse sinnvoll, weil die Versorgerwerte dazu nichts sagen können: Sie stammen aus dem Wasserwerk, nicht aus Ihrer Küche.

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Woran Sie das Kaarster Wasser schmecken

Den Geschmack prägen in Kaarst vor allem drei Größen, und alle drei stammen aus dem Untergrund: die Härte von 12,43 °dH, 97 mg/l Sulfat und 46,1 mg/l Chlorid.

Ihr Wasserversorger

Kreiswerke Grevenbroich GmbH

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Was unsere Wasserfilter zurückhalten

Gesinterte Aktivkohle-Blöcke halten unter anderem zurück:

  • Chlor & Chlorverbindungen
  • Schwermetalle
  • Mikroplastik
  • Pestizide
  • Arzneimittelrückstände
  • Hormone & PFAS
  • Bakterien & Keime
  • Parasiten
  • Asbestfasern
  • Sand, Rost & Sedimente
  • Organische Verbindungen
  • Trübungen & Verfärbungen

Welcher Stoff wie weit zurückgehalten wird

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Kaarst bedenkenlos trinken?

Ja. Die Untersuchung des Wasserwerks Büttgen-Driesch umfasst 70 Parameter, und alle halten die Vorgaben der Trinkwasserverordnung ein. Der Wert, der seiner Obergrenze am nächsten kommt, ist Nitrat mit 23,65 mg/l bei einem Grenzwert von 50 mg/l.

Der übliche Vorbehalt gilt in Kaarst wie überall: Die Verantwortung der Kreiswerke endet am Hausanschluss, danach entscheidet die Hausinstallation. Lassen Sie Wasser, das lange in der Leitung stand, vor der Entnahme ablaufen.

Wie hart ist das Wasser in Kaarst?

12,43 °dH — das ist der Härtebereich mittel, den das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz von 8,4 bis 14,0 °dH definiert. Weil Kaarst nur aus einer Zone versorgt wird, gilt der Wert für das gesamte Stadtgebiet.

Der Wert liegt am oberen Rand des mittleren Bereichs. Praktisch merken Sie das an Kalkrändern auf Glas und an einem Wasserkocher, der regelmäßig Aufmerksamkeit braucht.

Woher kommt das Trinkwasser in Kaarst?

Aus dem Grundwasser unter dem eigenen Stadtgebiet. Das Wasserwerk Büttgen-Driesch, 1959 in Betrieb genommen und im Jahr 2000 erweitert, fördert über acht Brunnen und speichert das aufbereitete Wasser in zwei Reinwasserbehältern mit zusammen 8.000 m³.

Der Untergrund besteht aus Sanden und Kiesen der Niederrheinischen Bucht, die der Rhein über Jahrmillionen abgelagert hat. Rund um die Brunnen bestehen Schutzzonen der Kategorien I bis III sowie ausgewiesene Wasserschutzgebiete.

Wer ist in Kaarst für das Trinkwasser zuständig?

Die Kreiswerke Grevenbroich GmbH, nicht die Stadtwerke Kaarst. Das überrascht viele, weil das Wasserwerk Büttgen-Driesch im Kaarster Stadtgebiet steht — betrieben wird es aber von den Kreiswerken, die auch Aufbereitung, Analytik und Netz verantworten.

Bei einem Rohrbruch, einer Trübung nach Bauarbeiten oder Fragen zum Hausanschluss ist deshalb die Störungsannahme der Kreiswerke die richtige Adresse und nicht das Kaarster Rathaus. 2019 lieferten sie in Kaarst rund 2,17 Millionen m³ Trinkwasser.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Kaarst trinken?

Ja, für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist Kaarster Leitungswasser geeignet. Die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung sind auf lebenslangen Konsum ausgelegt und schließen Säuglinge ein; Nitrat liegt bei 23,65 mg/l, Uran bei 4,0 µg/l, beide unter ihren Grenzwerten von 50 mg/l und 10 µg/l.

Entscheidend ist die eigene Wohnung: Wasser vor der Entnahme ablaufen lassen, bis es gleichmäßig kalt nachläuft, und niemals Warmwasser verwenden. Bei Verdacht auf Bleileitungen im Altbau lohnt eine Probe am eigenen Hahn.

Ist im Kaarster Trinkwasser Chlor?

Im Regelfall nein. In Deutschland wird Trinkwasser nur dann gechlort, wenn ein konkreter mikrobiologischer Anlass besteht — etwa nach einem Rohrbruch oder Bauarbeiten am Netz. Solche Maßnahmen sind zeitlich befristet und werden vom Versorger bekannt gegeben.

Ein kurzzeitiger Chlorgeruch nach Arbeiten im Netz ist deshalb möglich. Ob gerade eine Maßnahme läuft, steht bei den Kreiswerken Grevenbroich, nicht auf dieser Seite: Wir aktualisieren Messwerte jährlich, tagesaktuelle Meldungen gehören zum Versorger.