Trinkwasser in Hessen: Wasserhärte aller Orte

Das Trinkwasser in Hessen hält die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein. Einen landesweiten Härtewert gibt es nicht: In den 15 Orten dieses Verzeichnisses reicht die Gesamthärte von 2,96 °dH in Marburg-Biedenkopf bis 26,2 °dH in Rüsselsheim am Main — von weich bis hart.

Die größten Unterschiede liegen oft nicht zwischen zwei Städten, sondern innerhalb einer: In Hanau reicht die Härte über acht Versorgungszonen von 6,05 bis 25,2 °dH. Welcher Wert gilt, entscheidet die Adresse.

niedrigster Wert
2,96
°dH
in diesem Verzeichnis
höchster Wert
26,2
°dH
in diesem Verzeichnis
davon weich
9
von 15 Orten
unter 8,4 °dH
davon hart
7
von 15 Orten
über 14,0 °dH

Diese vier Zahlen beschreiben die 15 Orte dieses Verzeichnisses, nicht Hessen als Ganzes. Orte, deren Versorgungszonen über eine Härtegrenze laufen, zählen in jedem Bereich, den sie berühren — deshalb ergeben weich und hart zusammen mehr als 15. Einen Landesdurchschnitt gibt es nicht: Die Härte wird je Versorgungszone bestimmt.

Was über Hessen als Ganzes bekannt ist

Kennzahlen
235 Wasserversorgungsgebiete, 265,8 Mio. m³, 4,76 von 6,30 Mio. Einwohnern versorgt (2022) — niedrigster Erfassungsgrad der drei Länder, rund 76 %. Rohwasser: 76 % Grundwasser, 12 % Oberflächenwasser, 11 % künstliche Anreicherung, 1 % Uferfiltrat.
Quelle
Ausschließlich UBA/BMG-Bericht 2020–2022

Alle Orte in Hessen

nach Wasserhärte sortiert

Wasserhärte in Hessen nach Ort, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Jeder Ort verlinkt auf seine vollständigen Werte.

Ort Wasserhärte °dH Härtebereich Versorgungs­zonen Versorger
Marburg-Biedenkopf 2,96–13,45 weich bis mittel 8 Stadtwerke Marburg GmbH (Stadt Marburg) und Stadtwerke Stadtallendorf (Stadt Stadtallendorf)
Oberursel (Taunus) 3,72–7,51 weich 2 Stadtwerke Oberursel (Taunus) GmbH
Kassel 4,5–14,58 weich bis hart 14 KASSELWASSER (Eigenbetrieb der Stadt Kassel)
Bad Homburg vor der Höhe 4,88–17,3 weich bis hart 4 Stadtwerke Bad Homburg v. d. Höhe GmbH
Fulda 5,7 weich 1 RhönEnergie Fulda GmbH
Hanau 6,05–25,2 weich bis hart 8 Stadtwerke Hanau GmbH
Gießen 6,31 weich 2 Stadtwerke Giessen AG
Marburg 7,55–13,45 weich bis mittel 1 Stadtwerke Marburg GmbH
Wetzlar 7,6 weich 1 ENWAG Energie- und Wassergesellschaft mbH Wetzlar
Frankfurt 10,75–13,9 mittel 4 Mainova AG / Hessenwasser GmbH & Co. KG
Dreieich 11,0–19,5 mittel bis hart 2 Stadtwerke Dreieich GmbH (Eigenförderung); Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach (ZWO) mit Vorlieferant Hessenwasser GmbH für Offenthal und Teile von Dreieichenhain und Götzenhain
Bad Vilbel 13 mittel 1 Stadtwerke Bad Vilbel GmbH
Darmstadt 19,0 hart 1 ENTEGA AG
Rüsselsheim am Main 19,5–26,2 hart 2 Wasserversorgung Rüsselsheim GmbH (Stadtwerke Rüsselsheim), Vorlieferant Hessenwasser GmbH & Co. KG
Viernheim 19,7 hart 1 Stadtwerke Viernheim GmbH

Wo ein Ort mehrere Versorgungszonen hat, steht hier die Spanne über alle Zonen — kein Mittelwert. Welche Zone eine bestimmte Adresse versorgt, steht auf der Seite des Ortes. Die Einteilung weich / mittel / hart folgt § 9 des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes: weich unter 8,4 °dH, mittel bis 14,0 °dH, hart darüber. Einen Bereich „sehr hart" kennt das Gesetz nicht.

Aufgenommen sind die Orte, deren Versorger eine Veröffentlichung nach § 46 TrinkwV bereitstellt — ein vollständiges Verzeichnis aller Orte in Hessen ist die Liste nicht. Wie diese Tabelle zu lesen ist

Für das Trinkwasser ist diese Vielfalt keine Randnotiz, sondern die ganze Erklärung. Wasser nimmt auf, was das Gestein hergibt, durch das es sickert. Über dem Quarzit des Taunus, den Schiefern des Rheinischen Schiefergebirges und dem Basalt des Vogelsbergs löst es wenig Calcium und Magnesium — das Wasser bleibt weich. In den kalkhaltigen Sanden und Kiesen des Oberrheingrabens und des Hessischen Rieds wird es hart. Deshalb deckt ein einziges Bundesland die volle gesetzliche Bandbreite ab.

Von 2,96 bis 26,2 °dH — und keine Zahl dazwischen gilt für Hessen

Einen hessischen Härtewert weist keine Landesveröffentlichung aus. Härte wird je Versorgungszone bestimmt, nicht je Bundesland. Einen hessischen Durchschnittswert weist keine Landesveröffentlichung aus.

Nach dieser Einteilung liegen Oberursel, Gießen und Wetzlar durchgehend im weichen Bereich, Frankfurt und Bad Vilbel im mittleren, Darmstadt, Viernheim und Rüsselsheim im harten.

Weiches Wasser aus den Mittelgebirgen

Im Norden, in der Mitte und am Taunusrand ist das hessische Wasser überwiegend weich. In Marburg-Biedenkopf steht mit 2,96 °dH der niedrigste Wert des gesamten Verzeichnisses, und auch Marburg selbst beginnt bei 7,55 °dH.

Der Grund liegt unter der Oberfläche: Quarzit, Schiefer und Grauwacke geben kaum Calcium ab, und Wasser aus solchen Einzugsgebieten kommt mineralarm im Netz an. Durchgehend weich ist der Norden deshalb aber nicht: Kassel beginnt bei 4,5 °dH und reicht über seine vierzehn Versorgungszonen bis 14,58 °dH — knapp in den harten Bereich hinein.

Hart wird es im Süden und in der Rheinebene

Südlich des Mains kehrt sich das Bild um. Rüsselsheim am Main liegt zwischen 19,5 und 26,2 °dH, Viernheim bei 19,7 °dH, Darmstadt bei 19,0 °dH.

Praktisch ist das der Unterschied zwischen einem Wasserkocher, der selten entkalkt werden muss, und einem, der ständig ansetzt. Sie kosten Geräte Lebensdauer und Waschmittel mehr Dosis — mehr nicht. Was gegen die Ablagerungen hilft, steht in unseren Tipps zum Entkalken.

Der größte Unterschied liegt oft innerhalb einer Stadt

In mehreren hessischen Orten ist die Spanne im eigenen Netz größer als der Abstand zur Nachbarstadt. Hanau verteilt sich auf acht Versorgungszonen mit 6,05 bis 25,2 °dH — das ist beinahe die gesamte hessische Bandbreite innerhalb einer Stadt. Wer in Hanau umzieht, kann den Härtebereich wechseln, ohne die Stadt zu verlassen.

Die Ursache ist selten die Geologie allein. Wer aus mehreren Brunnen fördert, mischt; wer Fernwasser zukauft, mischt ein zweites Mal. Frankfurt wird von der Mainova zusammen mit Hessenwasser versorgt, Rüsselsheim bezieht von Hessenwasser als Vorlieferant, und in Dreieich liefert der Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach für Offenthal und Teile von Dreieichenhain und Götzenhain, ebenfalls mit Hessenwasser im Rücken. Ein Stadtteil kann deshalb an einem ganz anderen Grundwasserleiter hängen als der Stadtteil daneben.

Woher das hessische Trinkwasser kommt

Zu 76 Prozent aus Grundwasser. Der Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit und des Umweltbundesamtes für die Jahre 2020 bis 2022 weist für Hessen außerdem 12 Prozent Oberflächenwasser, 11 Prozent künstliche Anreicherung und 1 Prozent Uferfiltrat aus; abgegeben wurden 265,8 Millionen Kubikmeter. Wie aus Rohwasser Trinkwasser wird, ist im Ratgeber Schritt für Schritt beschrieben.

Was in dieser Liste nicht steht

235 Wasserversorgungsgebiete zählt der Bericht für Hessen. Dieses Verzeichnis führt 15 Orte — die, deren Versorger eine Veröffentlichung bereitstellt. Vollständig ist es damit nicht, und wenn ein Ort fehlt, sagt das nichts über sein Wasser.

Auch die Landeszahlen haben eine Grenze. Der Bericht weist 4,76 von 6,30 Millionen Einwohnern als erfasst aus, rund 76 Prozent. Über die übrigen Einwohner steht dort nichts — sie werden schlicht nicht ausgewiesen.

Und eine Zahl, die regelmäßig verwechselt wird: Die Nitratwerte, die das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie veröffentlicht, beschreiben Grundwasser vor der Aufbereitung. Trinkwasserwerte sind das nicht. Was am Hahn ankommt, steht in der Analyse des Versorgers — und dort steht es je Versorgungszone, nicht je Landkreis und schon gar nicht je Bundesland.

Was am eigenen Hahn passiert, steht in keiner dieser Zahlen

Die Verantwortung des Versorgers endet am Hausanschluss. Alles danach — Leitungen, Armaturen, Standzeiten — liegt beim Eigentümer oder Vermieter, und dazu kann keine Analyse eines Wasserwerks etwas sagen. Drei Handgriffe gelten unabhängig davon, ob Ihr Wasser weich oder hart ist:

  • Wasser ablaufen lassen, wenn es länger in der Leitung stand — bis es gleichmäßig kalt nachläuft. Das kostet nichts und wirkt am zuverlässigsten.
  • Kein Wasser aus der Warmwasserleitung zum Trinken oder Kochen. Dort lösen sich Metalle leichter, und die Temperatur begünstigt Keimwachstum.
  • Bei Verdacht auf Bleileitungen im Altbau eine Probe am eigenen Hahn untersuchen lassen. Für Bleileitungen in Altbauten ist das der einzige Weg zu einer belastbaren Aussage.

Wer am Geschmack etwas ändern will, prüft zuerst die naheliegenden Ursachen: einen verkalkten Perlator, lange Standzeiten in der Leitung, eine vorübergehende Desinfektion durch den Versorger. Bleibt es dabei, liegt es an der Zusammensetzung des Wassers — und die lässt sich nur zu Hause beeinflussen. Welche Wege es dafür gibt, haben wir im Beitrag zum Geschmack von Leitungswasser aufgeschrieben.

Häufige Fragen

Kann man das Leitungswasser in Hessen bedenkenlos trinken?

Ja. Die hessischen Wasserversorger unterliegen der Trinkwasserverordnung und werden von den Gesundheitsämtern der Kreise und kreisfreien Städte überwacht; die Grenzwerte werden eingehalten. Für die 15 Orte in diesem Verzeichnis liegen die Veröffentlichungen der jeweiligen Versorger vor.

Der übliche Vorbehalt betrifft nicht das Wasserwerk: Die Zuständigkeit des Versorgers endet am Hausanschluss. Was in der Hausinstallation passiert — alte Leitungen, Armaturen, lange Standzeiten —, verantwortet der Eigentümer oder Vermieter.

Wie hart ist das Wasser in Hessen?

Das hängt vom Ort ab, häufig sogar vom Stadtteil. In diesem Verzeichnis reicht die Gesamthärte von 2,96 °dH in Marburg-Biedenkopf bis 26,2 °dH in Rüsselsheim am Main. Einen hessischen Durchschnitt gibt es nicht, weil die Härte je Versorgungszone bestimmt wird.

Verlässlich ist allein der Wert der eigenen Zone. Die Tabelle auf dieser Seite führt zu jedem der 15 Orte, und die Ortsseite nennt den Versorger, bei dem die Zuordnung von Straße und Zone steht.

Woher kommt das Trinkwasser in Hessen?

Überwiegend aus Grundwasser: 76 Prozent nach dem Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit und des Umweltbundesamtes für 2020 bis 2022. Dazu kommen 12 Prozent Oberflächenwasser, 11 Prozent künstliche Anreicherung und 1 Prozent Uferfiltrat.

Regional sieht das sehr verschieden aus. In den Mittelgebirgen wird Quell- und Grundwasser aus kalkarmen Gesteinen gefördert, im Rhein-Main-Gebiet kommt Fernwasser dazu. Welche Gewinnung hinter Ihrem Hahn steht, nennt die Seite Ihres Ortes.

Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Hessen trinken?

Ja, sofern das Wasser die Trinkwasserverordnung erfüllt — das ist bei den hier geführten Versorgern der Fall. Einen landesweiten Nitratwert für Hessen gibt es nicht; maßgeblich ist der Wert der eigenen Versorgungszone, den der örtliche Versorger veröffentlicht.

Zwei Punkte betreffen die Wohnung, nicht das Wasserwerk: Lassen Sie das Wasser vor der Entnahme ablaufen, bis es gleichmäßig kalt kommt, und verwenden Sie kein Wasser aus der Warmwasserleitung. Bei Verdacht auf Bleileitungen im Haus lohnt eine Probe am eigenen Hahn.

Wie finde ich heraus, welche Wasserhärte für meine Adresse gilt?

Über den Versorger, der Ihre Straße beliefert. Die Härte wird je Versorgungszone festgestellt und nach dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz veröffentlicht — meist auf der Website des Stadtwerks, oft als Gebiets- oder Straßenliste, sonst auf Nachfrage.

In Orten mit vielen Zonen ist das entscheidend: Kassel hat vierzehn, Hanau und Marburg-Biedenkopf je acht, Bad Homburg vor der Höhe vier. Eine einzelne Angabe für „die Stadt“ führt dort in die Irre.

Ist im hessischen Trinkwasser Chlor?

Nur dort, wo es nötig ist. Eine Desinfektion mit Chlor ist in Deutschland kein Dauerzustand, sondern eine Maßnahme — etwa nach Rohrbrüchen, Bauarbeiten oder einem mikrobiologischen Befund im Netz. Der Versorger gibt sie bekannt und beendet sie wieder.

Ob in Ihrem Netz gerade gechlort wird, steht beim Versorger und beim Gesundheitsamt, nicht auf dieser Seite. Wir pflegen Messwerte in festen Abständen; laufende Ereignisse gehören dorthin, wo sie tagesaktuell geführt werden.

Wer ist zuständig, wenn das Wasser trüb ist oder ausfällt?

Der Wasserversorger, der Ihr Gebiet beliefert. Er betreibt einen Entstörungsdienst und ist für Netz und Hausanschluss zuständig — bei Rohrbruch, Druckabfall, Trübung oder Verfärbung des Wassers.

Betrifft die Störung nur eine Wohnung, liegt die Ursache meist hinter dem Hausanschluss; dann ist der Eigentümer oder die Hausverwaltung zuständig. Anordnungen wie ein Abkochgebot spricht nicht der Versorger aus, sondern das Gesundheitsamt des Kreises oder der kreisfreien Stadt.

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Zwischen 2,96 und 26,2 °dH — Kalk ist dabei nicht das Problem

Calcium und Magnesium sind Mineralstoffe; sie setzen Geräten zu, nicht Ihnen. Und welcher der beiden Werte für Sie gilt, ändert daran nichts. Interessant für das, was Sie trinken, ist etwas anderes: Die Analyse des Versorgers endet am Hausanschluss. Was auf den letzten Metern durch Ihre eigenen Leitungen dazukommt — Blei, Kupfer, Nickel aus Rohren und Armaturen — steht in keiner dieser Zahlen.

Dazu kommt, was ohnehin nicht geprüft wird: Die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 Stoffe, im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende — Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.

Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.

Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Genau dort, wo die Zuständigkeit des Versorgers endet und Ihre eigene Hausinstallation anfängt: hinter dem letzten Meter, den keine Analyse dieser Seite abdeckt.

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